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Ärztemangel: Auf dem Land fehlen Fachärzte

Ärztemangel : Auf dem Land fehlen Fachärzte

Trierer Kammerpräsident fordert mehr Studienplätze für Humanmedizin.

() Der Ärztemangel in ländlichen Regionen in Rheinland-Pfalz betrifft nach Ansicht der Landesärztekammer in den nächsten Jahren nicht nur Hausärzte – auch die Versorgung mit Fachärzten droht schlechter zu werden. „Die fachärztliche Grundversorgung ist noch nicht so im Fokus. Der Mangel wird aber auch dort kommen, zum Beispiel bei Augen- oder HNO-Ärzten“, sagt der Präsident der Landesärztekammer, Günther Matheis. Es gebe zu wenige Ärzte. „Und bei den jüngeren Kollegen darf man nicht mehr das Modell 24 Stunden – sieben Tage voraussetzen. Da ist mehr Teilzeit gewünscht. Die ländlichen Regionen sind auch nicht so attraktiv.“

Der Mangel an Hausärzten ist nach seinen Angaben bereits absehbar. „Die Hälfte der praktizierenden Allgemeinmediziner ist über 55 Jahre alt ist, und ein Drittel ist weit über 60“, sagte Matheis, der Herz- und Thoraxchirurg in Trier ist. „Das zeigt, dass sich das Problem in den nächsten Jahren noch verschärfen wird.“ Im vergangenen Jahr waren 21 468 Ärzte bei der Landesärztekammer registriert. Die Zahl ist zwar um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen, deckt aber nach Einschätzung der Kammer nicht den künftigen Bedarf ab.

Der Ärztekammer-Präsident fordert von der Landesregierung, mehr Studienplätze für Humanmedizin zu schaffen, damit es flächendeckend mehr Ärzte gibt. „In Zukunft wird die „Alleinunterhaltungspraxis“ tot sein. Das möchte niemand mehr machen“, sagte Matheis. „Wir brauchen zehn bis zwölf Prozent mehr Plätze. Dafür kann die Landesregierung sorgen.“ Die Zahl der Medizin-Studienplätze soll nach Angaben der Landesregierung steigen – ab dem Wintersemester 2020/2021 um rund 20 pro Jahr.

Eine Landarztquote mit einem Studienplatz als Anreiz für Studenten, die sich für die Arbeit als Landarzt verpflichten, lehnt der Präsident ab. „Ich bin ein strikter Gegner der Landarztquote, weil ich glaube, dass man einen 19- oder 20-jährigen Studenten nicht für den Rest seines Lebens darauf festlegen kann, dass er jetzt Landarzt wird“, sagte Matheis. Die Ampelregierung will als Rezept gegen Ärztemangel auf dem Land bis spätestens 2021 eine Landarztquote einführen. Bis zu zehn Prozent der Medizin-Studienplätze sollen vorab für diejenigen reserviert werden, die sich bis zu zehn Jahre als Landarzt in Gebieten mit einem Mangel verpflichten.

(dpa)