1. Region

Bäckereien aus Eifel, Mosel und Hunsrück erhalten Goldmedaillen fürs Backwerk

Ausgezeichnetes Brot : Welcher Bäcker backt die besten Brötchen und Brote?

In welcher Bäckerei in Eifel, Mosel und Hunsrück bekommt man die knusprigsten Brötchen und leckersten Brote? Darum ging es auf der Brotprüfung in Bernkastel-Kues. Unsere Zeitung war mit dabei und hat dem Prüfer der Bäckerinnung über die Schulter geschaut und kennt die Sieger.

Für Brotliebhaber war die Veranstaltung in der Volksbankzentrale in Bernkastel-Kues genau das Richtige: Bei der Brotprüfung konnten Verbraucher vorbeikommen und dem Brotprüfer Wolfgang Furtner dabei über die Schulter schauen, wie er die verschiedenen Produkte der heimischen Bäcker bewertet, und Fragen stellen. Sieben Bäcker aus dem Gebiet der Innung MEHR (Mosel-Eifel-Hunsrück-Region) hatten ihre Handwerksprodukte zur Prüfung und Verkostung eingereicht. Brotprüfer und Bäckermeister Furtner erklärt: „Das Ziel hinter dieser Brotprüfung ist es hauptsächlich, Tipps zu geben, wie man die gemachten Fehler verbessern kann.“ Außerdem erklärt er: „Wenn man drei Jahre in Folge ein sehr gut bekommt, erhält man eine Goldmedaille.“ Furtner hatte am Mittwoch rund 50 Brötchen und Brote zur Prüfung vorliegen. Form und Aussehen, aber auch Geruch und Geschmack sind für den Brot-Sommelier die wichtigsten Kriterien bei der Bewertung.

So sieht das auch MEHR-Vorstandsmitglied Günther Schnur, der seit 30 Jahren in der Bäckerbranche arbeitet und für die Bäckerei Fleury aus Brauneberg mit dabei ist. „Jedes Brot ist ein Unikat, man kann ein Brot, welches in einer Bäckerei handwerklich und eines, das in einer Industrie gebacken wurde, nicht miteinander vergleichen.“

Wie die Brot- und Brötchen-Prüfung abläuft

So unterschiedlich waren auch die verschiedenen Sorten der Brot und Brötchen, die vor ihm auf einem großen Tisch aufgebaut waren. Von Milchbrötchen bis zu Dinkelbrot und zu den klassischen beliebten Weizenbrötchen war für jeden Geschmack was dabei.

 Verschiedene Proben der Brotprüfung in Bernkastel-Kues.
Verschiedene Proben der Brotprüfung in Bernkastel-Kues. Foto: Anna Zonker

Furtner nimmt die Brötchen in die Hand, schneidet sie auf, hält sie sich unter die Nase, um jedes Detail wahrzunehmen. Danach betrachtet er unter anderem die Elastizität, die Krumen-Bildung und wie gleichmäßig die Brötchen und Brote gebacken wurden. Dann erst kommt der wichtigste Part der Prüfung, der Geschmackstest, wie saftig oder doch würzig es ist. Zum Beispiel die sogenannte Teufelskruste, ein Brot mit Peperoni und Buchweizen. Ihm wurde es bereits hoch angepriesen, jedoch musste dieses Brot bis zum Schluss warten, sonst hätte er bei allen Produkten nur scharf geschmeckt. Nach dem Schmecken kommt die Bewertung der verschiedenen Kategorien in einer Liste. Hat der Prüfer nichts auszusetzen, bekommt das Brot 100 Punkte, wenn es Fehler gibt, werden Punkte abgezogen.

Viele Bäckereien haben mit Nachwuchsmangel zu kämpfen – und den hohen Preisen für Mehl und Strom

Am Rande der Brotprüfung spricht Bäcker Schnur ein Thema an, das die Bäckerbranche derzeit beschäftigt – und das ist nicht die Brotqualität: „In der Bäckerei Fleury in Brauneberg sind momentan 26 Leute angestellt. Leider haben wir aktuell keine Auszubildende in unserem Unternehmen.“

Anders sieht es in der Bäckerei Flesch in Dudeldorf aus, mit einer Personalgröße von 150 Angestellten bilden sie zurzeit auch eine Person aus. Dennoch bleibt nach wie vor der große Nachwuchsmangel offensichtlich. Thomas Flesch sowie auch Günter Schnur sind beide der Meinung, dass gute Handwerker nie arbeitslos werden, aber keiner kann einschätzen, wie die Situation sich in den nächsten Jahren entwickelt.

 Wolfgang Furtner, Prüfer der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk bei seiner Bewertung der einzelnen Proben.
Wolfgang Furtner, Prüfer der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk bei seiner Bewertung der einzelnen Proben. Foto: Anna Zonker

Ebenso wie die Situation mit den immer ansteigenden Preisen, vor allem die Weizen- und Energiepreise, die durch die momentane Situation zu explodieren scheinen. Es ist eine Belastung für die Betriebe, wie Schnur erzählt. Die Rohstoffe werden teurer und der Verbraucher bekommt es zu spüren. Jedoch werden Brot und Brötchen laut Flesch unverändert verkauft, allerdings „Luxusartikel“, wie er es nennt, heißt Kuchen oder Teilchen,gehen in geringeren Mengen über die Theke.

So fiel das Ergebnis der Brotprüfung aus

Insgesamt ist der Bäckermeister und Back- und Süßwarentechniker mit der heutigen Auswahl sehr zufrieden. Er hat wenig zu kritisieren, es gibt nur wenige Produkte, die noch viel verbessern müssen. Das lässt sich auch in den Ergebnissen erkennen, denn von 27 Broten wurden 21 mit „sehr gut“ und 5 mit „gut“ bewertet (eine Sorte konnte nicht bewertet werden). Aber nicht nur die Brotergebnisse können sich sehen lassen, sondern auch die der Brötchen. Von 26 Brötchen haben 22 mit „sehr gut“ und 4 mit „gut“ abgeschlossen. Insgesamt gab es dieses Jahr 16 Mal eine Goldmedaille. Die Alftalbäckerei Gaulke aus Kinderbeuern konnte in all ihren sieben verschiedenen Brötchensorten ein „sehr gut“ erreichen und bei sechs davon haben sie sogar eine Goldmedaille erhalten, wie z.B. für das Dinkel-Honigbrötchen. Die Bäckerei Mertes aus Lieser kann sich ebenfalls mit mehreren Goldmedaillen rühmen. Auch die Bäckerei Flury aus Brauneberg hat einen Grund, sich zu freuen: Die bereits erwähnte Teufelskruste erhielt eine Goldmedaille, aber das war nicht das einzige Produkt der Bäckerei mit einer Medaille. Für eine Goldmedaille hat es bei der Bäckerei Flesch aus Dudeldorf leider nicht gereicht, jedoch haben sie geschafft, bei all ihren Broten und Brötchen ein „sehr gut“ zu erreichen. Im Allgemeinen haben die Innungsbäcker der Region sehr gut abgeschnitten: ein guter Grund, seine Brötchen lieber beim Bäcker vor Ort, als im Supermarkt zu kaufen.

Die Ergebnisse sind öffentlich auf der Internetseite des Deutschen Brotinstitutes sichtbar, auf der die Verbraucher ebenfalls zugreifen können, um zu schauen, wie die Bäckereien in der Umgebung abgeschlossen haben.