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Bahnstrecke Prüm-Gerolstein: Jetzt soll der Minister ran

Bahnstrecke Prüm-Gerolstein: Jetzt soll der Minister ran

Trotz aller derzeitigen Widrigkeiten: An ihrem Ziel, die Bahnstrecke von Prüm nach Gerolstein in einen Radweg umzubauen, halten Prüms Verbandsgemeinde-Bürgermeister Aloysius Söhngen und Gerolsteins Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz unverändert fest und wenden sich an den Verkehrsminister.

(ch) Der Schlüssel für den Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Prüm und Gerolstein liegt in Mainz, genauer gesagt beim Verkehrsministerium. Denn von dort fließen laut Prüms Verbandsgemeinde-Bürgermeister Aloysius Söhngen „ganz erhebliche öffentliche Subventionen“ an die Vulkaneifelbahn (VEB), die mit ihren Schienenbussen derzeit die Eifelquerbahn zwischen Ulmen und Gerolstein betreibt und diese gerne bis nach Prüm verlängern möchte. Solange diese Absicht besteht, ist eine Freistellung der Strecke vom Bahnbetrieb nicht möglich. Einen entsprechenden Antrag auf Nutzung habe man gestellt, sagt VEB-Geschäftsführer Jörg Petry.

Auch Schienenverkehr wird öffentlich gefördert

Daher wollen Söhngen und Gerolsteins Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz genau dort ansetzen. Mit einer Anfrage wenden sie sich an das Verkehrsministerium und wollen wissen, ob es weiterhin zu „umfangreicher und längerfristiger Förderung des Bahn-Freitzeitverkehrs“ bereit sei. Denn subventioniert wird nicht nur der Betrieb der Schienenbusse, auch in die Instandsetzung der Strecke müssten rund 400000 Euro investiert werden.

Sollte sich das Verkehrsministerium dazu entschließen, diese Unterstützung nicht mehr zu gewähren, könne auch nicht mehr von einem tragfähigen Konzept für die Strecke Prüm-Gerolstein gesprochen werden, so Söhngen. Damit wäre dann wiederum der Weg für die Entwidmung frei.

Jörg Petry, Geschäftsführer der VEB zeigt sich angesichts dessen unbeeindruckt. Man habe die klare Unterstützung sowohl vom Ministerium als auch Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Nord (SPNV) in Koblenz, die sich klar für die Nutzung mit dem Schienenverkehr geäußert hätten. Er sieht die Initiative von Söhngen und Schwartz als letztes Gefecht. „Auch das Verkehrsministerium kann Bundesgesetze nicht ändern“, sagt Petry.

Nach wie vor präferiert Petry die parallele Nutzung von Radweg und Bahn, mit dem auch Söhngen leben könnte. Aber: Wer höheren Kosten für den Ausbau eines parallelen Radwegs tragen soll, ist ungewiss. Unbefriedigend wäre diese Lösung für die Stadt Gerolstein, weil zwei Eisenbahnbrücken die Entwicklung von Lissingen und Oos behindern (der TV berichtete). „Wir können gar nicht anders: Die Brücken müssen weg“, sagt Schwartz.

Beide Bürgermeister wehren sich gegen den Vorwurf, Steuergeld verschwendet zu haben. Man habe in den Räten nach einem langen Prozess die Entscheidung für den Kauf getroffen. „Wir haben gekauft, weil wir über ihre zukünftige Nutzung im Sinne der Region mitentscheiden wollten“, sagt Söhngen. Die Alternative wäre gewesen, die Strecke verkommen zu lassen. Nach eingehenden Beratungen habe man sich für den Radweg entschieden.