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Bahnstrecke Prüm-Gerolstein: Wirtschaftsminister soll sich äußern

Prüm/Gerolstein. Jetzt soll es der Wirtschaftsminister richten: In einem Schreiben haben sich Prüm Verbandsgemeinde-Bürgermeister Aloysius Söhngen und Gerolsteins Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz an den rheinland-pfälzischen Wirtschaftminister Hendrik Hering gewendet und um ein Gespräch bezüglich der Bahnstrecke Prüm-Gerolstein gebeten.

(ch) Beide Bürgermeister halten nach wie vor an der von ihren Gremien beschlossen Umwandlung der Strecke in einen Radweg fest. Das Wirtschaftsministerium hatte Söhngen kürzlich aber mitgeteilt, es halte die Chancen für die hierfür erforderliche Entwidmung für „sehr gering“. Sie verweisen auf die deutlich höheren Kosten eines parallelen Radwegs. Außerdem müssten für die Instandsetzung der Bahnstrecke mindestens 400.000 Euro investiert werden. Zusätzlich plane der private Bahnbetreiber, die Vulkaneifelbahn, mit erheblichen öffentlichen Zuschüssen.

Söhngen und Schwartz betonen die Bedeutung des Lückenschlusses zwischen Prümtal- und Kylltalradweg, weil die Strecke die Strecken in der Westeifel mit den belgischen und luxemburgischen Strecken sowie den von der Mosel und dem Rhein kommenden Radwegen verbinde. Daher könne es nicht sein, dass ein privater Betreiber, der von „ganz erheblichen öffentlichen Subventionen“ profitiere, mit diesen Mittel andere wichtige öffentliche Entwicklungen blockiere.

Das Land müsse jetzt klarstellen, ob es weiterhin öffentlichen Bahn-Freizeitverkehr fördern wolle. „Das schlimmste wäre eine finanziell aufwendige kurzfristige Bahneinrichtung mit Blockade des Radweges und dann eine eventuelle Betriebseinstellung wegen fehlender Rentabilität. Dann wäre man trotz dem Einsatz von erheblichen Finanzmitteln keinen Schritt weiter im touristischen Angebot und aus Sicht unserer Bevölkerung“, heißt es vonseiten der beiden Bürgermeister. Sie hoffen jetzt auf eine Unterstützung aus Mainz, um bezüglich der Trasse einen Schritt weiterzukommen, sprich: eine Unterstützung bei der Entwidmung. Dann könnten im kommenden Jahr die konkreten Planungen erfolgen.