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Bahnstrecke Trier - Köln: So lange dauert die Reise künftig

Verkehr : Im Eifel-Sprinter in die Domstadt: So schnell soll's künftig mit der Bahn von Trier nach Köln gehen

Es gibt gute Nachrichten zur flutgeschädigten Bahntrasse zwischen Trier und Köln. Stück für Stück geht’s voran. Jetzt wurden die geplanten neuen Fahrzeiten veröffentlicht.

Noch ist der Fortschritt der bei der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr stark beschädigten Bahntrasse zwischen Trier und Köln auf manchen Abschnitten eine Schnecke. Doch Gleis für Gleis geht’s voran. Und wenn die 160 Kilometer lange Eifelstrecke wieder durchgehend befahrbar ist, sollen Fahrgäste deutlich schneller von der Porta zum Dom kommen als in der Vergangenheit. Das wurde auf der jüngsten Sitzung des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord deutlich.

Danach sollen die im Zwei-Stunden-Takt verkehrenden Regionalexpress-Züge für die Strecke knapp zwei Stunden und 40 Minuten brauchen. Vor der Flutkatastrophe benötigten die Züge auf der Eifelstrecke laut SPNV-Verbandsdirektor Thorsten Müller mehr als drei Stunden. Letztlich ist nach Angaben der Verantwortlichen sogar geplant, die Fahrzeit zwischen Trier und Köln auf zwei Stunden 20 Minuten zu reduzieren. Weitere Verbesserungen seien dann aber wohl nicht mehr möglich, hieß es in der Sitzung. Zum Vergleich: Über Koblenz sind die Züge von Trier nach Köln rund drei Stunden unterwegs.

Der Eifel-Sprinter

Neben dem Regionalexpress mit dem schön klingenden Namen Eifel-Sprinter soll auf der Eifelstrecke im Stundentakt auch eine Regionalbahn fahren, die länger unterwegs ist und an mehr Bahnhöfen hält.

Durch die Flut im Juli vergangenen Jahres waren auf der Eifelstrecke zwischen Trier-Ehrang und dem nordrhein-westfälischen Nettersheim insgesamt 50 Kilometer Gleise und zehn Kilometer Bahndamm zerstört worden. Mehr als 20 Brücken und fast 30 Bahnübergänge werden wieder aufgebaut. Dabei soll die Trasse auch vor einem möglichen neuen Hochwasser optimal geschützt werden. Schlankere Brücken werden deshalb laut Bahnangaben ohne Mittelpfeiler gebaut, Bahndämme, Durchlässe und Technik sollen hochwasserfest sein, neue Stellwerke werden auf höher gelegenen Standorten errichtet.

Eifelstrecke bis Jahresende befahrbar

Bis Ende nächsten Jahres soll die Eifelstrecke wieder durchgängig befahrbar sein, hatte Bahnchef Richard Lutz versprochen. Derzeit fahren die Züge aus Richtung Trier nur bis Kyllburg (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Auf nordrhein-westfälischer Seite fährt die Bahn wieder bis Kall. Noch im Sommer sollte es auf rheinland-pfälzischer Seite sogar bis Gerolstein gehen. Doch dieser Termin ist wohl nicht zu halten. Nach Angaben der Vereins Eifelquerbahn dürfte es noch bis mindestens Dezember dauern, bis die Züge wieder von Trier bis Gerolstein fahren. Zwar seien die zahlreichen Schäden am Gleis mittlerweile behoben worden, heißt es. Doch die Leit- und Sicherungstechnik sei noch nicht komplett installiert.. „Und ohne die sei nun mal kein sicherer Bahnbetrieb möglich“, sagt Eifelquerbahn-Vorsitzender Jens Wießner. Die Deutsche Bahn hat sich bislang nicht zu den zeitlichen Verzögerungen geäußert.

In spätestens fünf Jahren sollen auf der 160 Kilometer langen Eisenbahntrasse zwischen Trier und Köln elektrisch betriebene Züge fahren. Diese seien verlässlicher, leiser und pünktlicher, verspricht die Bahn. Die Gesamtkosten des Projekts werden auf knapp 900 Millionen Euro geschätzt.

Der Eifeler CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder hatte unlängst kritisiert, dass die Eifelstrecke entgegen anderslautender Versprechungen nicht mit modernster Signaltechnik ausgestattet werde. Zudem verzichte die Bundesregierung auf den zweigleisigen Ausbau der in großen Teilen eingleisigen Bahntrasse. Die Bundesregierung hatte argumentiert, dass die Bahn beim laufenden Wiederaufbau der Bahntrasse die Priorität auf die beschleunigte Umsetzung des Projekts gelegt habe. Der potenzielle zweigleisige Aufbau habe nur soweit berücksichtigt werden können, dass dann Anlagen „möglichst nicht wieder zurückgebaut werden müssen“.