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Bald auch neuere Geschichte im Trierer Landesmuseum

Bald auch neuere Geschichte im Trierer Landesmuseum

Die Spannung steigt. Am Dienstag, 13. Oktober, öffnet die neue Dauerausstellung im Rheinischen Landesmuseum ihre Tore. Dabei geht das Landesmuseum neue Wege: Neben der Geschichte des Altertums soll jetzt auch die Neuzeit präsentiert werden.

(er/hpl) Mit einerm Ausstellungsbudget von 1,6 Millionen Euro aus Finanzmitteln des Landes hat das Rheinische Landesmuseum in Trier eine neu eingerichtete Ausstellungsfläche von 2000 Quadratmetern geschaffen.

War das Landesmuseum bislang besonders auf die römische Geschichte Triers spezialisiert, so erweitert es erstmals sein Spektrum bis in die Neuzeit. 3000 Exponate zeigen die Geschichte der Trierer Region von der Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit (Kelten, Treverer), Romanisierung, römisches Trier (Gründung, Blütezeit), frühes Mittelalter, hohes Mittelalter, Spätmittelalter, bis in das 18. Jahrhundert.

Zahlreiche Exponate wurden neu restauriert, unter anderem Glasfenster des Trierer Domes. Insgesamt werden 11 neue Ausstellungsräume geboten, die am Montag, 12. Oktober, ihre Tore für die Öffentlichkeit öffnen.

Bis dahin bleibt aber noch viel zu tun. Fertig ist sie noch nicht, die neue Dauerausstellung im Rheinischen Landesmuseum, vorerst wird noch geschuftet.

„Wir arbeiten alle auf Hochtouren“, sagt Projektleiterin Mechthild Neyses-Eiden und zeigt auf einen Stapel Pläne. Um sie herum: offene Kisten, Leitern und Rollwägen. Den schwergewichtigen gotischen Aposteln, bei deren Montage die Ausstellungsmacher richtig ins Schwitzen kamen, fehlt noch die passende Beleuchtung und auch die Kästen für die sieben Medienstationen sind noch leer.

Die antike Amazone, ein Highlight der Sammlung ist noch aushäusig in Paris. Dagegen ragen die vom Zahn der Zeit angenagten Holzpfeiler der alten Römerbrücke schon raumgreifend wie Skulpturen in den Raum. Probehalber ist auch der Blick ins schummrige Modell einer römischen Latrine erlaubt. Die einstigen stillen Örtchen sind wahre Fundgruben für Archäologen.

In neuer Schönheit präsentieren sich auf dem nach Zeitaltern angeordneten Rundgang, schon die frühgeschichtlichen Räume im Untergeschoss. Ihr kühles Blau mit den Wandpaneelen, in die diskret Kommentare und Bebilderung eingelassen sind, machen deutlich, worum es bei dem neuen Ausstellungskonzept geht: Die Objekte sind die Hauptdarsteller dieser Schau. Ihre Ausstrahlung und Originalität sollen die Besucher unmittelbar und ungestört erleben.

Rund 3000 Exponate von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit darunter erstmals gezeigte Stücke, galt es einzuräumen und aus dem reichhaltigen Fundus auszuwählen. „Keine leichte Aufgabe“ sagt Neyses, „ich war selbst erstaunt, was wir alles in den Magazinen haben“ Eine ganz besondere Herausforderung ist überdies die Einrichtung und Verbindung der elf ganz unterschiedlichen Räume mit ebenso unterschiedlichen Schaustücken. Schließlich sollen am Ende steinzeitliche Keile, keltische Ringe, römische Gläser, Münzfunde und mittelalterliche Säulenheilige, mit Renaissance Grabmälern und barocken Putten statt kultureller Wechselbäder eine schlüssige Zusammenschau kultureller regionaler Entwicklung ergeben.

Und was auch ganz wichtig ist: „Wir wollen Besucher orientiert, die Einzigartigkeit unserer Sammlung darstellen“, erklärt Neyses-Eiden. Dazu gehört auch die Präsentation des Hauses als grabendes und forschendes Museum, dessen Sammlung sich ständig durch neue Funde und Erkenntnisse verändert. Wie das zugeht, erfahren künftig Besucher beim Blick hinter die Kulissen in die Arbeitswelt der Archäologen. Man darf jedenfalls gespannt sein.

Im Wochenend Journal des Trierischen Volksfreund geben wir ihnen einen ersten Einblick in die Ausstellung.