| 22:15 Uhr

Unwetter
Bei Flutgefahr soll kein Neubaugebiet geplant werden

FOTO: Florian Blaes
Trier/Mainz. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin fordert, dass die Hochwassergefahr stärker berücksichtigt wird. Das Land will Kommunen bei Konzepten und Risikoanalysen helfen.

Bebauungsplanungen sollen sich künftig an den Hochwassergefahren orientieren. „Die Kommunen müssen darauf achten, dass die Pläne so aufgestellt werden, dass mögliche Überschwemmungsflächen und Abflusswege von Sturzfluten aus oberhalb liegenden Flächen freigehalten werden“, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) unserer Zeitung. Die Planer hätte die Pflicht, wie es im Bundesbaugesetzbuch festgelegt sei, diese Punkte bei den Planungen einzubeziehen. „Tun sie das nicht, können sie unter Umständen haftbar gemacht werden.“

Die Wasserwirtschaftsverwaltung des Landes stelle den Verbandsgemeinden und Städten kostenlos Starkregengefährdungskarten zur Verfügung. „Diese zeigen auf, welche Wege Sturzfluten nehmen werden, wenn oberhalb Starkregen niedergeht“, erklärt die Ministerin. Eine solche Risikoanalyse für die Planung von Baugebieten hatte bereits Svenja Schulze (SPD) im TV-Interview gefordert.

Auch seien die Erkenntnisse aus den jüngsten Unwettern seien wichtig, sagt Höfken. Daher sollten die betroffenen Kommunen über die Feuerwehren oder auch Bürger ihre Videos oder Fotos zur Verfügung stellen, wenn Hochwasserschutzkonzepte erarbeitet werden. Außerdem sei es wichtig, dass die Gemeinden ihre Kenntnisse in den Bürgerversammlungen und Ortsbegehungen mit den beauftragten Fachleuten bei der Aufstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes erörterten. Das Umweltministerium übernehme 90 Prozent der förderfähigen Kosten für die Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes, kündigte die Ministerin an.

Der Trierer Geograph Richard Ladwein bietet den Kommunen dabei seine Hilfe an. Er hat bereits vor einigen Jahren ein Verfahren zur Erdoberflächen-Untersuchung entwickelt. Das Ergebnis der Analyse werde in der sogenannten Ladwein-Karte dargestellt, in der das Gelände je nach Gefährdungsgrad in unterschiedlichen Farben dargestellt werde.  Damit, so Ladwein, die Gefährdung durch  Erdrutsch, Schlammlawinen und Unterspülungen erkannt werden.