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Bei Kusel getötete Polizistin - Trauer in Homburg bei Beerdigung von Yasmin B.

600 Trauergäste : „Das Herz einer Löwin“ – große Trauer bei Beerdigung von getöteter Polizistin Yasmin B.

Bei Kusel wurden zwei Polizisten im Dienst erschossen. Eine davon war Yasmin B. aus Homburg. Zur Beisetzung am Mittwoch kamen Angehörige, Freunde und viele Polizisten.

Es war ein schlimmer Tag. Der Himmel war so grau und trüb wie die Stimmung am Morgen des 16. Februars, als Eltern, Verwandte, Freunde und Kollegen endgültig Abschied nahmen von Yasmin B., der getöteten Polizistin, die aus dem Homburger Stadtteil Erbach stammte. Und auf ihrem Heimatfriedhof nun ihre letzte Ruhe findet. Sie habe „das Herz einer Löwin“ gehabt, sagte Pirmin Weber, der katholische Erbacher Gemeindepfarrer, dem sein Dienst an diesem Morgen schwer wurde.

Seine Stimme war brüchig, denn nach einer so unfassbaren Tat Trost zu spenden ist eine Aufgabe, die kein Pfarrer mit Routine erledigen kann. Yasmin sei so stolz gewesen, Polizeibeamtin zu sein, sie habe voller Freude und Zuversicht in die Zukunft geblickt, „sie hatte Vertrauen in sich und in Gott“, so Weber, „sie hat sich ein Kreuz als Tattoo stechen lassen. Das machte ihr Mut und gab ihr Kraft.“ Und nun sei ihr junges Leben ausgelöscht worden.

Über 600 Leute bei Beerdigung von Yasmin B. in Homburg

Während seiner Rede war es still auf dem großen Platz vor der Erbacher Einsegnungshalle. Schon eine Stunde vor der Beerdigung waren mehrere Busse gekommen, darunter einige von der Hochschule der Polizei aus Rheinland-Pfalz, also Studienkollegen und Freunde , die vor der Einsegnungshalle ein Spalier bildeten, um ihrer Kollegin die letzte Ehre zu erweisen. Am Ende waren es nach Schätzungen der Polizei „etwas über 600 Leute“, die nach Erbach gekommen waren.

Die Familie war auf Wunsch von der Polizei abgeschirmt worden, es gab um den Friedhofsbereich herum eine weiträumige Absperrung. Trotzdem sollten allen Freunde und Nachbarn aus Erbach der Zutritt nicht verwehrt werden, hatten Yasmins Familie ausdrücklich betont. Kein Wunder, denn die junge Polizistin war beliebt, immer wieder  wurde betont, dass sie fröhlich, hilfsbereit und verlässlich war.

Freundin und Kollegin mit emotionalen Abschiedsworten

Nach Pfarrer Weber sprach eine Freundin und Kollegin ein paar Abschiedsworte, immer wieder unterbrochen von Emotionen, die sie übermannten: „Ich will nicht, aber ich muss Abschied nehmen“, sagte sie unter Tränen. Nach ihr sprach Uwe Lederer, Behördenleiter der Hochschule der Polizei, der Yasmins Berufslaufbahn Revue passieren ließ, er schilderte ihre Begeisterung, „sie brannte für ihren Beruf“ und erwähnte ihren guten Leistungen, Im Mai wäre sie in den Dienst in der Schutzpolizei der Westpfalz übernommen worden.“

Ihr letztes Praktikum war bei der Polizeiinspektion Kusel, wo es zu der tragischen Begegnung kam. Unfassbar sei das Geschehen, so Lederer, „eine junge Polizistin, die ihren Traumberuf gefunden hatte, die mit ihrem Freund ihr privates Glück bauen wollte, die gerne kletterte, deren Hobby das Backen war. Sie hatte noch so viel vor.“ In den Weihnachtsferien war sie in der Karibik gewesen, „sie wollte sich entspannen, dann das Praktikum in Kusel absolvieren und im Mai als Polizeikommissarin anfangen.“ Die Zukunft habe vor ihr gelegen, „die Brutalität, die Kaltblütigkeit der Mörder, die ihr Leben ausgelöscht haben, macht fassungslos“, so Lederer.

Es sei „unfassbar schwer, das zu akzeptieren“. Nach einer Dreiviertelstunde machte sich der Trauerzug dann auf den Weg von der Einsegnungshalle in Richtung Friedhof. Mitglieder des Landespolizeiorchesters hatten die Trauerfeier musikalisch umrahmt, am Schluss erklang „Ich hatt‘ einen Kameraden“, worauf nicht nur die vielen Polizistinnen und Polizisten Tränen in den Augen hatten, sondern auch alle Anwesenden, die die draußen mitgehört hatten.