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KLASSE!
Beide Seiten können voneinander profitieren

Bernkastel-Kues. Prokurist des DRK-Sozialwerkes unter der Lupe: Volker Emmrich im Interview mit Exzellenzkursteilnehmern.

Im Rahmen des Exzellenzkurses der Berufsbildenden Schule (BBS) Bernkastel-Kues hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, Volker Emmrich, den Leiter des Unternehmensbereichs I (Arbeit und Beschäftigung) des DRK-Sozialwerkes (Deutsches Rotes Kreuz), zu interviewen.

Ende November war es so weit: Die Teilnehmer des Exzellenzkurses und die behinderten Menschen des DRK-Sozialwerks haben gemeinsam in einem Projekt Insektenhotels gebaut. Zum Start des Exzellenzkurses hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Volker Emmrich auch dazu zu interviewen.

Emmrich, geboren 1965, wohnt seit seiner Geburt in Schweich, wo er heute noch zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern lebt. Trotz seiner leitenden Tätigkeit im DRK-Sozialwerk ist ihm die Zeit mit seiner Familie und seinen Freunden sehr wichtig. Er betonte, dass er jeden Samstagabend mit seinen Freunden Zeit verbringt und viel Wert aufs gemeinsame Abendessen zu Hause legt.

Durch sein Weinbau-Studium und die Unterstützung seiner Frau in deren Weingut hatte Emmrich sein „Hobby zum Beruf gemacht“. Seit 1989 arbeitet er bereits in Bernkastel, zunächst zehn Jahre lang bei der Biologischen Bundesanstalt. Zum 1. Januar 2000 wurde Emmrich Leiter des Cusanus-Hofgutes, in dem er seit zwei Jahren als Unternehmensbereichsleiter für die gesamte Werkstatt zuständig ist.

Auf die Frage, wie er zu seinem Beruf kam, antwortete er: „Das war reiner Zufall, ich wusste, was Behinderten-Werkstätten waren, da meine Mutter in einer Förderschule für geistig Behinderte in Schweich gearbeitet hat. Und so war ich in meiner Jugend häufig mit geistig behinderten Kindern zusammen.“ Zu seinem Tätigkeitsbereich gehört „alles, was man unter der Betriebsführung in einem Großbetrieb versteht“ – wie Personal- und Investitionsgespräche, Gebäudesanierungen und die Leitung der Hausmeistertruppe. Generell hat Emmrich 600 behinderte Menschen und 180 weitere Mitarbeiter unter sich, die in vielfältigen Bereichen beschäftigt sind. Diese reichen von der Schreinerei über die Pferdepension bis hin zum Gartenbaubetrieb und drei Hofläden.

Die Ausbildung der behinderten Menschen beginnt mit einer achtwöchigen Eingangsphase, in der sie einen festen Tagesablauf sowie das Berufsleben kennenlernen. Darauf folgt ein 24-monatiger Berufsbildungsbereich, in dem sie in den ersten zwölf Monaten verschiedene Arbeitsbereiche durchlaufen, um festzustellen, welcher Bereich ihnen am meisten liegt. In den folgenden zwölf Monaten werden sie speziell in diesem Bereich gefördert. „Unser hohes Ziel ist natürlich, Leute so fit zu machen, dass sie auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Chance haben“, sagte Emmrich. Gelingt dies nicht, werden die behinderten Menschen in der Werkstatt integriert, wo sie meist bis zu ihrem Rentenbeginn bleiben.

Und was wünschte sich Emmrich vom gemeinsamen Projekt mit den Exzellenzkurs-Teilnehmern? „Ich habe sehr hohe Erwartungen und finde die Mischung aus behinderten und nicht-behinderten Menschen spannend. Beide Gruppen können voneinander profitieren!“

Ilias Rabeh, Katharina Rath, Lea Schwaab, Madlena Sonntag (BBS Bernkastel-Kues), Lea Hard, Kathrin Walesch (Sparkasse Mittelmosel)