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Umwelt: Beim Reizthema Müll kehrt in der Region langsam Ruhe ein

Umwelt : Beim Reizthema Müll kehrt in der Region langsam Ruhe ein

Die Biotüte erfreut sich seit dem neuen Gebührensystem steigender Beliebtheit. Fast überall.

Die Wochen vor und nach dem Jahreswechsel haben für die Verantwortlichen des regionalen Abfallzweckverbands ART denkbar schlecht begonnen. Erst hagelte es in der Bevölkerung Unverständnis wegen des von der ART-Spitze verhängten Geschenke-Verbots für die Müllwerker. Dann häuften sich plötzlich Meldungen und Fotos von überquellenden Biomüll-Containern in der gesamten Region. Dem zuständigen ART-Chef Maximilian Monzel dürfte dies die weihnachtliche Stimmung ordentlich verdorben haben, zumal er selbst in der Öffentlichkeit und den sozialen Medien immer wieder scharf verbal attackiert wurde. Das machte auch die zuständigen Kommunalpolitiker zunehmend nervös.

Umso mehr dürfte sich der immer noch leicht angeschlagene wirkende Verbandsdirektor über die jüngsten Zahlen freuen, wonach das Restmüllaufkommen in der Region deutlich sinkt, während die Papier-, Leichtverpackungs- und Biomüllquoten kräftig in die Höhe schnellen. Genau das war ja ein erklärtes Ziel der regionalen Abfallverantwortlichen, als sie die Vereinheitlichung der Müllabfuhr und -gebühren bis Ende 2025 beschlossen hatten.

Ein Baustein davon – das sogenannte Identsystem. Jede Restmülltonne in der Region ist seit diesem Jahr mit einem Chip ausgestattet, mit dessen Hilfe festgestellt werden kann, wie häufig eine Tonne geleert worden ist. Künftig sind 13 Leerungen jährlich im Preis inbegriffen; wer die Tonne häufiger zum Leeren an den Straßenrand stellt, muss für jede zusätzliche Leerung auch zusätzlich zahlen. Die Idee dahinter: Wer mehr Müll produziert, für den wird’s teurer. Unterm Strich verspricht sich der ART durch die Änderungen Mehreinnahmen in Höhe von 8,5 Millionen Euro. Zuletzt lagen die jährlichen Gebühreneinnahmen bei 37 Millionen Euro. Macht ein sattes Einnahmeplus  von rund 23 Prozent. Heißt aber auch: Im Durchschnitt dürften die Müllgebühren für die Verbraucher um rund ein Viertel steigen.

Inzwischen ist der anfängliche Unmut über das neue Abfuhrsystem vielerorts abgeebbt. Das liegt vor allem daran, dass die im Januar häufig überquellenden Biocontainer inzwischen öfter geleert werden und es jetzt auch mehr Container gibt. 600 stehen im Vulkaneiflekreis, 396 im Kreis Trier-Saarburg, 190 im Eifelkreis, 178 in Bernkastel-Wittlich und 180 in der Stadt Trier. Meldungen über zu volle Container gebe es jetzt nur noch vereinzelt, sagt ART-Sprecherin Kerstin Kielholtz, lediglich mit Konz und Saarburg werde derzeit noch über weitere Standorte gesprochen.

Unklar ist einstweilen noch, wie es beim Thema Biomüll-Entsorgung in der Vulkaneifel weitergeht. Noch in diesem Monat könnte der Dauner Kreistag darüber entscheiden, ob die nach rund 20 Jahren für die Biotüte abgeschaffte Biotonne dort wieder eingeführt wird oder zunächst die Bürger befragt werden sollen.

Umstritten scheint noch, ob ein solcher möglicher Alleingang des Vulkaneifelkreises von den Aufsichtsbehörden nach einer Übergangszeit geduldet wird oder nicht. In einem aktuellen Antwortschreiben an den Dauner CDU-Landtagsabgeordneten Gordon Schnieder schreibt ADD-Chef Thomas Linnertz, dass seine Behörde auf jeden Fall „an der gesetzlichen Vorgabe eines einheitlichen Abfallsystems zu einheitlichen Gebühren festhalten“ werde.

Das klingt so, als könnte sich die Laune der ART-Verantwortlichen in absehbarer Zeit noch einmal verschlechtern.