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Betreiber haben neue Pläne für die Biogasanlage

Betreiber haben neue Pläne für die Biogasanlage

Nach dem Scheitern der Erweiterungspläne 2006 wird die Reinsfelder Biogasanlage erneut den Verbandsgemeinderat Hermeskeil beschäftigen. Die Betreiber wollen die Leistungskapazität erhöhen und auf dem bestehenden Gelände zwei neue Firmen ansiedeln. Die Gemeinde Reinsfeld unterstützt dies, aus Hermeskeils wird hingegen wieder Widerstand angekündigt.

Die Betreiber-Gesellschaft "Zeus" plant eine Umstrukturierung der Biogasanlage an der B52 bei Reinsfeld. Deren Leistungskapazität soll von 500 auf 600 Kilowattstunden (KW) ausgebaut werden. Zwei Transportfirmen, die die Anlage beliefern, sollen auf dem Gelände angesiedelt werden. Bei der Produktion des Biogases treten nachwachsende Rohstoffe (also Gras oder Mais) in den Hintergrund. „Wir wollen im Wesentlichen Lebensmittelabfälle einsetzen“, so Mit-Gesellschafter Klaus Wahlen. Beispielhaft nennt er große Massen an Kartoffelschalen, aber auch Pizza-Reste. Ein weiterer Baustein sei die Errichtung einer „geschlossenen Halle“ mit Absaug- und Filternanlage. Damit sollen die Geruchsemissionen reduziert werden, die bei der LKW-Anlieferung des Materials entstehen. Der Reinsfelder Rat unterstützt das Vorhaben einstimmig. Aber letztlich liegt die Entscheidung beim VG-Rat. Er müsste dafür den Flächennutzungsplan (FNP) ändern. Der Grund: Wenn der Richtwert von 500 KW überschritten wird, entfällt rechtlich die Privilegierung als landwirtschaftlicher Betrieb. Eine Zustimmung ist unsicher. Schon im Sommer brachte die Ratsmehrheit ein gemeinsames Fünf-Millionen-Projekt von „Zeus“ und den Stadtwerken Trier zum Absturz. Geplant war seinerzeit, dass die Anlage auf die dreifache Größe anwachsen sollte. Dem Veto vorangegangen waren Proteste von Bürgern aus Hermeskeil und Hinzert-Pölert, die eine starke Zunahme der Geruchsbelästigung befürchteten. Wie vor zwei Jahren steht Verbandsgemeinde-Chef Michael Hülpes auch den neuen Plänen an der Biogasanlage aufgeschlossen gegenüber: „Ich werde im Rat für eine Zustimmung werben“, sagt der CDU-Politiker. Widerspruch kommt abermals ausgerechnet aus dem eigenen politischen Lager. Die Hermeskeiler Stadtbürgermeisterin Ilona König hat angekündigt, dass sie gegen das Vorhaben ist.