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Entsorgung: Biotonne kommt zurück: Vorerst grünes Licht für die braune Tonne

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Im Vulkaneifelkreis wurde die Biotonne nach fast 20 Jahren gerade abgeschafft. Wahrscheinlich kommt sie bald wieder – aber für wie lange?

Raus aus der Kartoffel, rein in die Kartoffel: Führt der Vulkaneifelkreis die gerade erst außer Dienst gestellte Biotonne wieder ein? Nachdem die Protestwelle zwischen Stadtkyll und Gillenfeld einfach nicht abebben will, wächst auch der Druck auf die Kommunalpolitiker.

Nachdem eine regionale Bürgerinitiative über 11 000 Unterschriften gegen die Abschaffung der Biotonne gesammelt hat, ein Bürgerbegehren ins Haus steht und es zudem bereits Rücktrittsforderungen gegen Landrat Heinz-Peter Thiel (57) gab, hat der parteilose Kreischef reagiert. Thiel will mit einer Bürgerbefragung in Erfahrung bringen, wie die Mehrheitsmeinung im Vulkaneifelkreis ist.

Dass ein Großteil der Bürger die gerade erst eingeführte braune Biotüte nicht will, steht für die Gegner fest. Und dann? „Wenn diese Regelungen an der Lebenswirklichkeit vorbeigehen sollten, verfügen wir in unserer Selbstverwaltungskompetenz über Möglichkeiten, Beschlüsse gegebenenfalls auch noch einmal zu überdenken“, weist der Landrat etwas umständlich darauf hin, dass sich dann wohl der Dauner Kreistag noch einmal mit dem Thema Biotonne beschäftigen dürfte.

Unvorstellbar, dass sich die Ratsmitglieder dann dem Mehrheitsvotum der Bevölkerung nicht beugen werden.

Aber geht das überhaupt? Kann der Vulkaneifelkreis als Mitglied des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (ART) in diesem Punkt einfach einen Alleingang fahren? Haben nicht die ART-Verantwortlichen unlängst noch darauf hingewiesen, dass bis Ende 2025 alle Leistungen und Gebühren in den vier regionalen Kreisen und der Stadt Trier angeglichen werden müssen? So laute jedenfalls die Vorgabe der Trierer Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ADD für den Zweckverband, sagte vergangene Woche ART-Direktor Maximilian Monzel.

Das bestätigt eine Behördensprecherin auch auf Anfrage unserer Zeitung. Eigentlich hätten die gleichen Leistungen und gleichen Gebühren demnach sogar schon vor vier Jahren gelten müssen. Doch wegen „der vielfältigen unterschiedlichen Voraussetzungen“ in den am Zweckverband beteiligten Kommunen habe man dem ART noch Aufschub gegeben bis zum Ende 2025, so ADD-Sprecherin Eveline Dziendziol.

Bis zu diesem Zeitpunkt könne auch der Vulkaneifelkreis für seinen Bereich die Biotonne wieder einführen. Die Beschlusskompetenz hierfür liege beim Dauner Kreistag, stellt die Trierer Aufsichtsbehörde klar. Das dürfte in den Ohren der Vulkaneifeler Tonnenbefürworter wie Musik klingen. Ein Alleingang ist also möglich. Aber was ist nach dem 31. Dezember 2025? Was, wenn die Vulkaneifeler dann zwar ihre Tonne wieder haben, die Bevölkerung im restlichen ART-Gebiet aber ziemlich zufrieden ist mit der Biotüte und dem Bringsystem? In dem Punkt will sich auch die Aufsichtsbehörde sicherheitshalber nicht festlegen. Ob nach dem Stichtag „bestimmte örtliche Gegebenheiten ein Abweichen in der Sache zulassen könnten, müsste dann geklärt werden“, sagt die ADD-Sprecherin unserer Zeitung. Mit anderen Worten: Bis dahin fließt noch viel Wasser die Mosel hinunter.