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Bischof Ackermann lobt Hirtenbrief des Papstes zum Missbrauch in der irischen Kirche

Bischof Ackermann lobt Hirtenbrief des Papstes zum Missbrauch in der irischen Kirche

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat den Hirtenbrief des Papstes zum Missbrauch in der irischen Kirche begrüßt. Obwohl Benedikt XVI. mit keinem Wort auf die Situation in Deutschland eingehe, „gelten die Aussagen auch für uns in Deutschland“, sagte der katholische Missbrauchsbeauftragte.

(sey) In seinem am Samstag in Rom veröffentlichten Hirtenbrief drückte der Papst „im Namen der Kirche offen die Schande und die Reue aus, die wir alle fühlen“. Es werde manchmal schmerzhafte Hilfsmittel brauchen, um die Wunden zu heilen und die Kirche in Irland in einem langwierigen Prozess zu erneuern. „Erkennt eure Schuld öffentlich an, unterwerft euch der Rechtsprechung“, lautet die Forderung des katholischen Kirchenoberhauptes an die Priester und Ordensleute, die Kinder in Irland missbraucht haben. Sie hätten das in sie gesetzte Vertrauen verraten. Die katholische Kirche in Irland war im vergangenen Jahr durch zwei Untersuchungsberichte schwer erschüttert worden, die den jahrzehntelangen tausendfachen Missbrauch von Kindern unter dem Dach der Kirche dokumentiert hatten. Der Papst hatte irische Bischöfe deshalb vor kurzem nach Rom zitiert. Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, bezeichnete den Hirtenbrief am Samstagmittag als „einfühlsam, klar und spirituell“. Dass der Papst nicht auf die Missbrauchsfälle in Deutschland eingehe, sei nicht verwunderlich, sagt der 47-Jährige: „Dennoch gelten die grundsätzlichen Aussagen auch für uns in Deutschland.“