Bischof Stephan Ackermann stellt verschärfte Missbrauchs-Leitlinien vor

Trier · Der Sonderbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat am Dienstag die neuen Missbrauchs-Leitlinien der katholischen Kirche vorgestellt.

(sey) Die seit acht Jahren gültigen Leitlinien sind deutlich verschärft worden. Die neuen Leitlinien gelten nicht mehr nur für katholische Geistliche, sondern auch für Ordensangehörige und alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kirche. Künftig müssen demnach alle Mitarbeiter, die haupt- oder nebenberuflich in der Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt werden wollen, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Gibt es Bedenken gegen den Einsatz des Bewerbers, muss er sich begutachten lassen. In der Frage der Anzeigepflicht hat sich Ackermann gegen seinen Vorgänger Reinhard Marx durchgesetzt. Demnach sollen die Strafverfolgungsbehörden auch künftig nur dann informiert werden, wenn das Opfer dem zustimmt. Die bayerischen Bischöfe hatten dagegen im März beschlossen, jeden Verdachtsfall der Staatsanwaltschaft zu melden. Über eine mögliche finanzielle Entschädigung der Opfer steht nichts in den neuen Leitlinien. Laut Stephan Ackermann werde darüber der von der Bundesregierung eingesetzte Runde Tisch entscheiden. „Wir werden uns nicht hinter dem Runden Tisch verstecken, halten aber ein abgestimmtes Vorgehen für richtig und wichtig“, sagte Ackermann. Die von den 27 deutschen Diözesanbischöfen verabschiedeten Missbrauchsleitlinien gelten ab Mittwoch. Sie sollen nach drei Jahren überprüft werden.