1. Region

Bistum Trier: Neuer Missbrauchsfall - Ackermann beurlaubt einen Bistumspriester

Kriminalität : Neuer Missbrauchsfall: Bischof Ackermann beurlaubt Trierer Bistumspriester - Staatsanwalt ermittelt

Das Bistum Trier kommt beim Thema sexueller Missbrauch nicht aus den Schlagzeilen. Erneut wurde jetzt ein Priester wegen Missbrauchsverdachts beurlaubt, die Ermittlungen laufen.

 Schon wieder ist ein Fall von von möglichem sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche publik geworden: Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat einen Bistumspriester von seiner Tätigkeit in einer Pfarreiengemeinschaft freigestellt und dem Geistlichen die Ausübung priesterlicher Dienste verboten. Das gab Bischofssprecherin Judith Rupp am Samstag bekannt. Das Bistum habe den Fall der Staatsanwaltschaft übergeben, sagte Rupp. Zudem sei eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eröffnet worden. Diese ruhe allerdings bis zum Abschluss des staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen.

Nach Angaben der Bistumssprecherin liegt der angezeigte Missbrauch 13 Jahre zurück. Der Fall ist dem Bistum offenbar nun erst bekanntgeworden. Durch wen und auf welche Weise, wurde zunächst nicht bekannt. Auch über den  beschuldigten Priester wurden keine weitere Details genannt. Er soll nach Informationen unserer Redaktion zuletzt aber nicht in einer Pfarreiengemeinschaft in der Region Trier im Einsatz gewesen sein.

Dem Bistum Trier waren in den zurückliegenden Jahren immer wieder größtenteils länger zurückliegende Missbrauchsfälle angezeigt worden. Nach offiziellen Angaben haben sich bis Ende vergangenen Jahres insgesamt 216 Missbrauchsopfer  gemeldet. Beschuldigt wurden danach 73 verstorbene und 39 noch lebende  Kleriker.

Im Herbst 2018 hatte die katholische Kirche die sogenannte MHG-Studie und damit Zahlen zu sexuellem Missbrauch veröffentlicht. Demnach sind bundesweit in den Personalakten von 1946 bis 2014 insgesamt 1670 Kleriker wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt worden. Es gab 3677 Opfer.

Das Bistum Trier findet sich bei der Zahl der Opfer (442, davon 252 männlich) und Täter (148 Priester) in der Spitzengruppe wieder.

Eine  unabhängige Aufarbeitungskommission, die den sexuellen Missbrauch im Bistum Trier untersuchen soll, hat vor einigen Monaten ihre Arbeit aufgenommen. Erste Ergebnisse sollen voraussichtlich im September veröffentlicht werden.