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Bistumsreform: Erst sondieren, dann fusionieren

Katholische Kirche : Nach missglückter Bistumsreform: Erst sondieren, dann fusionieren

Im Bistum Trier arbeiten die Verantwortlichen an einer Neuauflage ihrer im ersten Anlauf missglückten Reform. Dieses Mal soll nichts übers Knie gebrochen werden.

Nach der von Rom ausgebremsten Reform im Bistum Trier beginnen die Verantwortlichen nun unter geänderten Vorzeichen mit einem neuerlichen Anlauf. In den nächsten Monaten sollen in den sogenannten Pastoralen Räumen schon einmal Steuerungsgruppen gebildet werden, die ausloten, wie groß etwa die Fusionsbereitschaft einzelner Pfarreien ist, wo es unbesetzte Stellen gibt oder wie die kirchlichen Gremien besetzt sind. Das hat Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg in einem Schreiben an die 32 Dekanate angekündigt.

Die Dekanate sind ein Auslaufmodell. Nach dem jetzt von der Bistumsleitung favorisierten Konstrukt sollen sie und die Pfarreiengemeinschaften aufgelöst werden. Die Neuauflage der Reform startet dann mit 887 Pfarreien. Diese Pfarreien können dann untereinander fusionieren – auf freiwilliger Basis, wie es heißt. Neben den Pfarreien soll es künftig 35 sogenannte Pastorale Räume geben – in den Grenzen der 35 ursprünglich geplanten XXL-Pfarreien. In diesen Pastoralen Räumen soll es Vernetzungen und Kooperationen über die Pfarreien hinaus geben. Die Hoffnung dürfte sein, dass die einzelnen Pfarreien doch irgendwann in den Pastoralen Räumen aufgehen.

Die Steuerungsgruppen sollen nach dem Wunsch des Generalvikars bereits für die 35 Pastoralen Räume gebildet werden. Die Gruppen sollen sich aus Priestern sowie haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern von kirchlichen und karitativen Einrichtungen zusammensetzen.

Die Sondierungsphase endet im Juni; anschließend würden die vereinbarten Schritte „Zug um Zug umgesetzt“, wie es heißt. Die Wortwahl zeigt, dass – anders als bei der missglückten Reformpremiere – dieses Mal nichts übers Knie gebrochen werden soll. Ein Zugeständnis an Rom und die Reformkritiker, die beim ersten Anlauf beide unter anderem das Tempo moniert hatten. Zum 1. Januar nächsten Jahres könnten dann die ersten fusionswilligen Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften zusammengehen.

Spätestens Ende 2025, diese Zielgröße schwebt dem Bischof „mit großer Verbindlichkeit und großer Erwartungshaltung“ vor, wie sein Generalvikar betonte, soll es in Deutschlands ältester Diözese dann nur noch maximal 172 Pfarreien geben. Wenn es nur 150 wären – umso besser. Macht unter dem Strich immer noch gut vier bis fünf Mal so viele Pfarreien wie ursprünglich geplant.

Damit die Römer Trier nicht noch einmal einen Strich durch die Rechnung machen, war Ackermann im vergangenen Jahr mehrmals persönlich in Rom, um mit den Verantwortlichen der Kleruskongregation und des Päpstlichen Rates die geplanten Schritte dieses Mal frühzeitig abzustimmen. „Natürlich bin ich jetzt ein Stück weit vorsichtiger geworden“, kommentierte der Bischof im vergangenen Jahr die Neuauflage seines Reformprojekts.