In genau zwei Wochen eröffnet der Beda-Markt. Die 39. Auflage. Rund 60 000 Besucher aus der ganzen Region werden zu der Leistungsschau in Bitburg erwartet – und wohl auch in Fließem. Denn dieses Mal ist alles ein bisschen anders.

Regionale Wirtschaft : Die Messe, die noch immer zieht

In genau zwei Wochen eröffnet die 39. Auflage des Beda-Markts. Rund 60 000 Besucher aus der ganzen Region werden zu der Leistungsschau in Bitburg erwartet – und wohl auch in Fließem. Denn dieses Mal ist alles ein bisschen anders.

Was für ein Zirkus! Bitburgs Autowelt präsentiert sich dieses Jahr erstmals in einem Zirkuszelt. „Das ist mal was anderes“, sagt Edgar Bujara, Sprecher der Werbegemeinschaft Autowelt Bitburg. Ein Konzept, das offenbar auch bei seinen Kollegen ankommt. Denn nach der Flaute im Vorjahr sind diesmal wieder mehr Händler mit von der Partie. Bis dahin war es für die Organisatoren ein Drahtseilakt.

Vergangenes Jahr stand die Autoschau zum Beda-Markt ganz auf der Kippe (der TV berichtete). Die Lage war ernst. Für die Autohändler ist es eine doppelte Belastung, sowohl in ihren Autohäusern im Industriegebiet auf Merlick sowie auch in der Autoschau in der Innenstadt mit Modellen und Personal präsent zu sein. Eine Belastung, die immer weniger Händler tragen wollten. Aber Beda-Markt ohne Auto-Ausstellung? Unmöglich!

Schließlich hat mit den Autos vor fast 40 Jahren alles angefangen.Die allererste Auflage der Bitburger Messe war im Kern eine Automobil- und Landmaschinen-Schau. Letzteres erklärt sich von selbst: Die Eifel ist landwirtschaftlich geprägt. Noch heute wird etwa die Hälfte der Fläche des Kreisgebiets landwirtschaftlich genutzt. Und der Autohandel boomte.

Damals lebten noch rund 12 000 Amerikaner in der Stadt – und die wollten mobil sein. Die Nachfrage bestimmte das Angebot, ein Händler nach dem nächsten machte seinen Laden auf. Heute sind es mehr als 80 Neu- und Gebrauchtwagenhändler, die Bitburg zur Autostadt machen. Die meisten von ihnen Tür an Tür im Industriegebiet auf Merlick. Diese Konzentration an einem Ort ist im Stadtentwicklungskonzept ausdrücklich so gewünscht. Aber zum Beda-Markt, da wurde die Konzentration der Aussteller im Automobilzelt von Jahr zu Jahr dünner.

Nachdem fünf Händlerkollegen die Schau vergangenes Jahr in abgespeckter Form durchgezogen haben, sieht es diesmal wieder besser aus und mit dem Zirkuszelt setzt das Team einen neuen Akzent. „Wir werden es richtig krachen lassen“, verspricht Bujara. Im Zelt gibt es auch einen Gastro-Bereich, während auf dem Platz ringsum das Zelt wieder Streetfood-Festival ist mit 20 Trucks, die Burger, Burritos, Falafel und was es sonst alles so Leckeres für auf die Hand gibt, anbieten.

Hungrig muss auch im Handwerkerzelt dank eines großen Gastro-Bereichs keiner bleiben. „Schwerpunkt ist dieses Jahr ganz klar das Thema Hausbau“, sagt Orga-Chef Rudolf Rinnen. Aber auch Dienstleister, Touristiker und Direktvermarkter sind unter den rund 100 Ausstellern am Alten Gymnasium, wo Samstagabend auch die Party mit Live-Musik von der Unplugged Gang und den Moneyrollers steigt, es sonntags ein Messefrühstück gibt und die Katholische Familienbildungsstätte Kinder betreut, damit sich Eltern in Ruhe umsehen können.

In der Stadthalle wiederum präsentieren sich rund 30 Aussteller bei der Gesundheitsmesse, die sich in den vergangenen fünf Jahren etabliert hat. Von Naturheilkunde über Fitness bis zu Zahnmedizin gibt es auch hier jede Menge zu entdecken. Auch Vorträge zu Themen wie Stoffwechselkur, Darmgesundheit oder Demenz gehören dazu.

Was für den Beda-Markt 2018 die größte Herausforderung wird, ist der Umzug der Landwirtschaftsschau nach Fließem. Den Ort, an dem die Rinder-Union West (RUW) für mehr als zwei Millionen Euro eine neue Auktionshalle gebaut hat. Das bedeutet: 60 Aussteller siedeln um. „Die wollen da sein, wo das Fachpublikum ist“, sagt RUW-Chef Gerd Grebener. Und das Fachpublikum ist da, wo Zuchttiere prämiert und versteigert werden.

Es ist die größte landwirtschaftliche Fachausstellung in Rheinland-Pfalz. Und die Schau hat immer eine Menge Fachpublikum in die Stadt gezogen. Für die pendelt am Messe-Sonntag ein Shuttle-Bus zwischen Bitburg und Fließem. Und RUW-Chef Gerd Grebener rät, diesen unbedingt zu benutzen. „Wir haben hier in Fließem gar nicht so viele Parkplätze. Und noch ist wettermäßig nicht abzusehen, ob wir die angrenzenden Wiesen und Felder zum Parken nutzen können.“

Auch rund um die Landwirtschaftsschau wird sich einiges ändern. „Wir müssen die Aussteller völlig anders aufbauen“, sagt Grebener, „wir haben hier ja völlig andere Voraussetzungen als in Bitburg“. Ob die schönste Jungkuh, die dieses Jahr wieder gekürt wird, am Ende überhaupt noch „Miss Bitburg“ heißen wird? Oder bekommt sie nun den Titel „Miss Fließem“? Das ist wohl noch offen. Fest steht, dass es rund um die alte Bitburger Halle das erste Schleppertreffen gibt, bei dem 50 Oldtimer-Traktoren zu sehen sind. Ein bisschen Landwirtschaft bleibt der Stadt also erhalten.

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