1,2 Millionen Euro fürs Schloss

1,2 Millionen Euro fürs Schloss

Mit Hilfe einer Stiftung soll der Erhalt von Schloss Malberg gesichert werden. Alle Mitglieder des Kreistages sind mit der Entscheidung einverstanden. 500 000 Euro will der Kreis dazu beitragen. 700 000 Euro kommen vom Land.

Bitburg/Malberg. Alle Mitglieder im Kreistag heben ihre Hand, als Landrat Joachim Streit fragt, wer mit der Gründung einer "Stiftung Schloss Malberg" einverstanden sei. Niemand enthält sich, niemand ist dagegen. So wird im Kreistag beschlossen, dass eine "rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts" die Zukunft und den Erhalt des barocken Denkmals sichern soll.
Das Schloss gehört seit 1989 der Verbandsgemeinde (VG) Kyllburg. Mit Unterstützung vom Land und Bund wurden schon knapp zehn Millionen Euro in die Sanierung des Schlosses investiert, davon hat die VG Kyllburg selbst 900 000 Euro beigesteuert. Doch der Unterhalt des Denkmals schlägt immer noch mit 80 000 Euro jährlich zu Buche - zu viel für die VG.
Die Stiftung soll nun finanziell helfen. Das Land hatte schon im August 2012 eine Zuwendung in Höhe von 700 000 Euro zugesagt. Nun will sich der Kreis mit 500 000 Euro beteiligen. "Wir von der SPD sind ganz froh über die Gründung der Stiftung", sagt Monika Fink, "das hat einen starken Symbolcharakter". Auch von den anderen Fraktionen kommen im Kreistag Lob und Zustimmung. "Schloss Malberg ist es wert", ist der allgemeine Tenor im Saal.
Doch wie wird das Geld der Stiftung verwendet? Die Frage ist noch offen. Der erste Vorschlag im Kreistag sieht eine Stiftung mit Teilverbrauch vor. Das heißt: Die 700 000 Euro des Landes werden zum unantastbaren Vermögen, und die 500 000 Euro des Kreises sind für Investitionen verfügbar.
Eine andere Option wäre eine Ewigkeitsstiftung. Damit wäre das ganze Geld - 1,2 Millionen Euro - unantastbares Kapital. Wenn dann Kosten zum Beispiel für Sanierungen anfallen würden, müssten sie durch die Erträge finanziert werden. "Diese sind aber voraussichtlich nicht groß", kommentiert Helmut Berscheid von der Kreisverwaltung. Derselben Meinung ist auch die FWG. "Was hat es für einen Sinn, eine Stiftung zu haben, die man nicht erleben kann", fragt Rudolf Rinnen in Hinblick auf die niedrigen Zinserträge.
Diese Fragen müssen nun bis zur ersten Sitzung des Kreistages im Jahr 2014 beantwortet werden. Bis dahin soll der Vorschlag des Kreises durch die Gremien bearbeitet, dann mit der Kommunalaufsicht und dem Finanzamt besprochen werden. Die Stiftung wird aber keineswegs Träger des Schlosses und wird weiterhin bestehen, egal wem das Schloss gehört. Es gibt nämlich immer noch Kaufinteressenten. "Jetzt hat aber die Gründung der Stiftung Priorität und die saubere Abarbeitung aller rechtlichen Fragen", sagt Rainer Wirtz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kyllburg.
Gründungsakt soll dann im Juli nächsten Jahres sein, wenn auch die VG Kyllburg mit der VG Bitburg-Land fusionieren wird.Extra

Die Schlossanlage liegt oberhalb von Malberg und ist ein echter Hingucker in der Landschaft. Das Schloss vereint Renaissance und Barock. Das heutige Aussehen ist von dem Kölner Weihbischof und Generalvikar Johann Werner von Veyder geprägt, der Anfang des 18. Jahrhunderts die mittelalterliche Burganlage durch Hof architekt Graf Matteo Alberti umgestalten ließ. Die Anlage besteht aus dem sogenannten Neuen Haus (in den vergangenen fünf Jahren für knapp 2,8 Millionen Euro restauriert), dem Alten Haus, dem Arkadenbau, dem Brauhaus und der Kapelle. bc