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Umbau Dorfgemeinschaftshaus Mötsch: 1,4 Millionen Euro für mehr Dorfleben

Umbau Dorfgemeinschaftshaus Mötsch : 1,4 Millionen Euro für mehr Dorfleben

Die Mötscher wollen’s packen: Das Jugendheim soll umgebaut werden. Die Pläne wurden erstmals offiziell vorgestellt.

Eines muss man den Mötschern lassen: Die erste öffentliche Präsentation ihres 1,4-Millionen-Euro-Projekts im Bitburger Bauausschuss war gelungen. Professionell, durchdacht, klar strukturiert. Das war der Gruppe um Ortsvorsteher Heiko Jakobs und Architekt Matthias Dimmer wichtig. Denn für den Stadtteil steht was auf dem Spiel.

Die Mötscher wollen ihr Jugendheim umbauen, wissen, dass das ganz schön was kosten wird und der jüngste Umbau eines Dorfgemeinschaftshauses in Bitburg – die alte Schule in Stahl (siehe Info) lief nicht gerade rund. Genauer gesagt: Das Eine-Million-Euro-Projekt im Nachbarstadtteil machte vor allem Negativ-Schlagzeilen. Etwa als „Trauerspiel in fünf Akten“ (der TV berichtete).

Sicher auch wegen dieser Pleiten-Pech-und-Pannen-Geschichte in Stahl setzen die Mötscher alles daran, Stadtrat und Bauausschuss von ihrem Vorhaben zu überzeugen. Im Bauausschuss ist das – unter anderem auch wegen der gelungenen Präsentation von Jakobs und Dimmer – gelungen. Eine Entscheidung des Stadtrats steht noch aus.

Worum es geht: Im Jugendheim, in den 60er Jahren gebaut, gibt es Sanierungsbedarf. Der Keller ist feucht, der Putz bröckelt von den Wänden, es riecht muffig. Hinzu kommt: Der 1000-Einwohner-Stadtteil hat ein reges Vereinsleben.

Ob der Mittagstisch der Alten Hasen, die Proben von Karnevals-, Musik- und Theaterverein oder Jugend- und diverse Sport- und Gymnasikgruppen: Alle nutzen das Jugendheim. Auch die Feiern des Orts, Konzerte, Versammlungen und Theateraufführungen: Alles spielt sich im und um das Jugendheim ab. Und das ist für diesen Zweck nicht gebaut worden – und reicht bei Weitem nicht für das, was sich die Mötscher auch im Rahmen der Initiative Zukunfts-Check Dorf noch alles vorgenommen haben.

„Unser Ziel ist, dass das Jugendheim täglich geöffnet hat und wir diesen Ort noch mehr zum Treffpunkt für Jung und Alt ausbauen“, sagt Orts-Chef Jakobs. Ideen gibt es genug: vom Krabbel-Treff bis zum Demenz-Café, dem Ausbau der gut besuchten Mittagstische bis zur Vermietung der Räume für Firmen oder Privatleute, die Räume zum Feiern oder für Schulungen brauchen. „Das Jugendheim ist die Pulsschlagader des Dorfes“, sagt Jakobs. Und genau die wollen die Mötscher stärken.

Aus dem Grund hat sich die Dorfgemeinschaft auch nach langem Überlegen gegen eine Sanierung der alten Schule am Ortsrand entschieden, ebenso gegen Abriss und Neubau. Nicht nur, „weil das Herz der Mötscher am Jugendheim hängt“, wie Jakobs sagt. Sondern vor allem, weil die beiden Varianten 200 000 beziehungsweise 400 000 Euro teurer gewesen wären, als Sanierung und Umbau des Jugendheims. Mal grob durchkalkuliert wurden aber auch diese Alternativen. Das zeigt: Die Mötscher gehen gut vorbereitet ins Rennen und haben einen fertigen Plan schon in der Tasche.

Ein mal abgesehen davon, dass das komplette Gebäude barrierefrei gestaltet werden soll und dabei auch aktuelle Brandschutzvorschriften samt neuer Rettungswege umgesetzt werden müssen, geht es bei dem Umbau vor allem darum, mehr Raum für Begegnung zu schaffen. Der Haupteingang soll verlegt, der Bistro-Bereich vergrößert und die alte, seit langem nicht mehr genutzte Kegelbahn abgedeckt werden, so dass ein Lagerraum für Musikinstrumente, Tischtennisplatten und vieles mehr entsteht. Allein durch eine energetische Sanierung will Mötsch etwa 10 000 Euro laufende Kosten im Jahr sparen.

Wenn der Stadtrat zustimmt und es mit der Förderung klappt – in Aussicht stehen rund 600 000 Euro – könnte es 2019 losgehen. Die Mötscher wollen den Keller in Eigenleistung sanieren. „Wir haben schon 50 Leute, die mit anpacken“, sagt Jakobs. Und wenn alles fertig ist, gäbe es auch schon interessierte Ehrenamtliche, die als Verein oder in Form eines Bürgerservices Thekendienste übernehmen wollen, so dass das Bistro wie geplant jeden Tag als Treffpunkt geöffnet hat.

 Das Jugendheim im Stadtteil Mötsch von Bitburg soll umgestaltet und saniert werden. Das findet auch Ortsvorsteher Heiko Jakobs und Architekt Dimmer hat schon mal Pläne gezeichnet.
Das Jugendheim im Stadtteil Mötsch von Bitburg soll umgestaltet und saniert werden. Das findet auch Ortsvorsteher Heiko Jakobs und Architekt Dimmer hat schon mal Pläne gezeichnet. Foto: TV/Dagmar Schommer
 Die alte Kegelbahn im Keller wird seit Jahren nicht mehr genutzt. Dort sind auch die Wände feucht.
Die alte Kegelbahn im Keller wird seit Jahren nicht mehr genutzt. Dort sind auch die Wände feucht. Foto: TV/Dagmar Schommer
 Das Jugendheim im Stadtteil Mötsch von Bitburg soll umgestaltet und saniert werden. Das findet auch Ortsvorsteher Heiko Jakobs und Architekt Dimmer hat schon mal Pläne gezeichnet.
Das Jugendheim im Stadtteil Mötsch von Bitburg soll umgestaltet und saniert werden. Das findet auch Ortsvorsteher Heiko Jakobs und Architekt Dimmer hat schon mal Pläne gezeichnet. Foto: TV/Dagmar Schommer
 Das Jugendheim im Stadtteil Mötsch von Bitburg soll umgestaltet und saniert werden. Das findet auch Ortsvorsteher Heiko Jakobs und Architekt Dimmer hat schon mal Pläne gezeichnet.
Das Jugendheim im Stadtteil Mötsch von Bitburg soll umgestaltet und saniert werden. Das findet auch Ortsvorsteher Heiko Jakobs und Architekt Dimmer hat schon mal Pläne gezeichnet. Foto: TV/Dagmar Schommer
 Das Jugendheim im Stadtteil Mötsch von Bitburg soll umgestaltet und saniert werden. Das findet auch Ortsvorsteher Heiko Jakobs und Architekt Dimmer hat schon mal Pläne gezeichnet.
Das Jugendheim im Stadtteil Mötsch von Bitburg soll umgestaltet und saniert werden. Das findet auch Ortsvorsteher Heiko Jakobs und Architekt Dimmer hat schon mal Pläne gezeichnet. Foto: TV/Dagmar Schommer

Die Stadtverwaltung will mit der Kommunalaufsicht Auswirkungen dieses Projektes auf den Haushalt der Stadt besprechen und Fördermöglichkeiten ausloten. Am Donnerstag, 26. April, wird der Stadtrat darüber beraten.