100 Jahre FC Bitburg: Die Geschichte des Vereins

100 Jahre FC Bitburg : Bei Herrn Müller-Becker fing alles an

Der FC Bitburg feiert am Wochenende sein 100-jähriges Bestehen und blickt gerade im Fußball auf einige Erfolge zurück.

Die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des FC Bitburg erreichen am Wochenende ihren Höhepunkt: Noch bevor am Sonntagmorgen ab 11.30 Uhr der  offizielle Festakt im Stadion Ost ansteht, lädt der Verein tags zuvor zum Treff der Ehemaligen ein.

 Ab 15 Uhr kommen dann zahlreiche Akteure jener Elf zusammen, die Mitte der siebziger Jahre zum Besten zählte, was der Fußballverband Rheinland zu bieten hatte. Als Vizemeister der seinerzeit drittklassigen Rheinlandliga kämpfte der FCB um die Deutsche Amateurmeisterschaft – ein Wettbewerb unterhalb des Profibereichs, der letztmals 1998 ausgetragen wurde.

Am 22. Mai 1977 deklassierten die Bierstädter in der ersten Runde vor 1500 Zuschauern den Saar-Vize FV Eppelborn mit 6:2 und konnten es im Rückspiel eine Woche später gemächlich angehen lassen.

Die 1:2 Niederlage reichte zum Weiterkommen. In Runde zwei gastierte die Zweitvertretung von Fortuna Düsseldorf im Stadion Ost. 2300 Zuschauer bejubelten zwar zwei Treffer von Johannes Brühl und einen von Heinz Ewen, unterm Strich gab es aber eine knappe 3:4-Niederlage. Im Rückspiel im legendären Stadion am Flinger Broich führte der Gast aus der Südeifel zweimal, zog jedoch vor 5500 Besuchern beim 2:4 gegen den späteren Amateurmeister aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt den Kürzeren.

Der frühere Spieler Heinz Scholtes und FCB-Vorstandsmitglied Daniel Molitor haben zahlreiche Bilder und TV-Artikel aus der damaligen Zeit zusammengetragen und wollen jedem Mitglied jener erfolgreichen Mannschaft eine Kopiensammlung davon überreichen. Erinnerungen sollen so noch einmal aufleben.

Zwangsläufig wird aber auch Wehmut aufkommen: Der Betreuer der seinerzeit so starken Rheinlandligamannschaft, Ludwig Lutz, ist Anfang des Jahres verstorben,  der damalige Trainer Petar Mijatovic erst vor wenigen Tagen. Einen ähnlichen Aufschwung wie unter Mijatovic erlebte der FC Bitburg noch einmal gut ein Jahrzehnt später: Nach dramatischem Spielverlauf gelang unter Trainer Peter Berger  am 2. Juni 1988 dank des 6:5 nach Verlängerung gegen den FSV Salmrohr der Gewinn des Rheinlandpokals.

Die Rot-Weißen waren für den DFB-Pokal qualifiziert, wo aber in der ersten Runde nach dem 1:3 gegen den SV Saar 05 Saarbrücken Endstation war.

Im DFB-Pokal mischten auch die Bitburger Fußballerinnen schon mit. Was bei den Männern längst der Vergangenheit angehört und auch so schnell nicht wieder eintreten wird, gehört bei ihnen zum Standardprogramm: Drittklassig spielen sie auch in der neuen Saison.

Erfolge auf Bezirks- und Rheinlandebene gab es im Laufe der Jahrzehnte zudem für die Aktiven aus den Vereinsabteilungen Boxen und Tischtennis.

Das Team im Jahr 1988: Stehend von links: Trainer Peter Berger, Betreuer Ludwig Lutz, Rudi Heid, Willi Penth, Friedhelm Thielen, Rolf Christian, Frank Blasius, Jürgen Schäffer, Werner Ehlenz, Norbert Hoor, Peter Marder, Wolfgang Schönhofen, knieend von links: Arno Steilen, Hansi Pelzer, Peter Schu, Kurt Willems, Rüdiger Otte. Foto: TV/!. FC Bitburg

 Gründe,  mit Stolz auf das Vereinsgeschehen der vergangenen 100 Jahre zurückzublicken, wird es am Wochenende also einige geben. Und sicher werden die Festgäste schmunzeln, wenn sie in der Chronik lesen, wie alles begann: 1919, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, stellte ein gewisser Herr Müller-Becker den Bitburger Fußballern eine Wiese zur Verfügung. Torstangen und Eckfahnen wurden in Eigenregie gefertigt. Die schwierigsten Hürden waren genommen, und die Erfolgsstory konnte beginnen.

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