1000 Euro Spende für den Adler

1000 Euro Spende für den Adler

Jetzt oder nie: Am Montag beginnen die Abrissarbeiten am Postgebäude auf der Seite zur Poststraße hin - da, wo das Mosaik mit dem Bundesadler noch hängt, das vielen Bitburgern am Herzen liegt. Marie-Luise Niewodniczanska will 1000 Euro spenden, damit das Mosaik gerettet werden kann.

Bitburg. Eine Frau, ein Wort: "Wir sollten nicht so lange diskutieren, reden und schreiben, wir Bitburger Bürger, sondern wir sollten konkret was tun", sagt Marie-Luise Niewodniczanska zur Debatte um das Mosaik mit dem Bundesadler, das mit dem Abriss des Postgebäudes für immer verloren zu gehen droht. Und Frau Niewo, wie sie in Bitburg genannt wird, will was tun. "Ich spende gerne schon mal 1000 Euro und hoffe, dass sich weitere Bürger anschließen, damit wir die notwendige Summe für eine Rettung des Mosaiks zusammenbekommen", sagt sie.
Eine solche Bergung des Bundesadlers würde nach einer groben Schätzung von Grabungstechniker Marcus Thiel vom Landesmuseum Trier zwischen 5000 und 10 000 Euro kosten - je nachdem, wie fest die Steine im Mörtel hängen, wie der Untergrund beschaffen ist und abhängig von einigen anderen Unwägbarkeiten, die geprüft werden müssten (der TV berichtete). Thiel hatte angeboten, die Stadt bei Bedarf auch zu beraten.
Auch die Volksbank Bitburg hat bereits finanzielle Unterstützung zugesagt, wenn es zu einer gemeinschaftlichen Rettungsaktion kommen sollte und ein repräsentativer neuer Platz für das Mosaik gefunden würde. Doch die Zeit dafür ist knapp. Ab Montag, 28. Januar, gräbt sich der Abrissbagger auch in diesen Teil des alten Postgebäudes - und damit auch in das Adlermosaik.
Für Niewodniczanska wäre das schade: "Es war in den 1950er und -60er Jahren üblich, solche Mosaike als Kunst am Bau für öffentliche Einrichtungen zu entwerfen. Unser Postadler ist ein sehr gutes Beispiel dieser Kunstrichtung. Als Bauschutt ist er wirklich ungeeignet", sagt die Architekturprofessorin. Sie würde sich wünschen, dass das Mosaik bei der Neugestaltung des Postplatzes integriert werden würde.
THW bietet Betonschneider an


Auch Bürgermeister Joachim Kandels ist in Sachen Adler aktiv. Er hat inzwischen mit dem Technischen Hilfswerk (THW) Kontakt aufgenommen. "Die haben einen Betonschneider, mit dem sich eventuell das Mosaik komplett rausschneiden ließe", sagt Kandels. Für ihn steht fest, dass die Stadt selbst für die Bergung des Mosaiks kein Geld investiert: "Sicherlich ist das Mosaik stadtbildprägend, aber wenn es so wertvoll wäre, dass es gerettet werden müsste, wäre doch der Denkmalschutz eingeschritten." Dennoch ist Kandels bereit, alle Initiativen, die von Bürgern ausgehen, zu unterstützen.
Unterdessen haben auf der Volksfreund-Homepage inzwischen knapp 900 Leser abgestimmt: 570 sind dafür, das Mosaik zu retten, 301 dagegen und 16 ist es egal.
Wenn Sie ebenfalls abstimmen möchten, haben Sie auf www.volksfreund.de/extra dazu Gelegenheit. Was ist Ihre Meinung zum Bundesadler? Wären Sie bereit, sich für die Rettung des Mosaiks einzusetzen oder kann es ebenso gut verschwinden? Mailen Sie uns an eifel-echo@volksfreund.de (Name und Wohnort bitte nicht vergessen).
Extra

Am Montag, 21. Januar, beginnen die Abrissarbeiten an dem Gebäudeteil zur Poststraße hin. Deshalb wird die Poststraße nach Auskunft vom Ordnungsamt der Stadt Bitburg voraussichtlich für zwei Wochen bis einschließlich Samstag, 9. Februar, gesperrt. Der Parkplatz vor dem Postgebäude kann in dieser Zeit nicht mehr angefahren werden. Auch der Borenweg bleibt noch einige Tage gesperrt. red

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