12. Westeifelschau in Arzfeld: Erst gießt’s, dann strömen die Besucher

12. Westeifelschau in Arzfeld: Erst gießt’s, dann strömen die Besucher

Am Ende hat es dann doch noch so richtig gebrummt auf der 12. Westeifelschau in Arzfeld: Der finale Sonntag bescherte den Gastgebern und gut 100 Ausstellern ein proppenvolles Gelände und ein versöhnliches Fazit - zumindest bei den meisten.

Härtetest Westeifelschau - es war aber auch alles dabei an den vier Tagen: dicker Schnee, wüster Regen, brutaler Wind und sehr frische Temperaturen - "feng eisich", so nenne man das in Arzfeld, sagt Walter Ewertz, der mit dem Eifelverein am Sonntag Dienst an den Kassenhäuschen macht.

Nicht schön, vor allem für die Aussteller auf dem Freigelände: Nichts ist's mit dem gemütlichen Schöppchen am Weinstand von Marion und Bernd Klein aus Mehring. Zum Glück verkaufen sie auch Flammkuchen, die wärmen wenigstens. Aber "am Wetter kann man nichts machen", sagt Marion Klein. Ob die beiden noch einmal wiederkommen nach Arzfeld? Naja: "Mal sehen."Es muss weitergehen

So wechselhaft wie das Wetter, so unterschiedlich die Aussteller-Aussagen: "Ich bin Messefan", sagt Schreiner Detlef Pflipsen aus Pronsfeld. Er bietet vor allem ein Produkt an: Betten eines Herstellers aus Österreich. Und? Er hat schon verkauft und ist zufrieden. Aber auch, weil ihm das Spaß mache, am Stand ins Gespräch zu kommen. Die Arzfelder hätten das mit der Schau gut gemacht, sagt er. "Ich finde das toll, dass die das mit ein paar Leuten aus dem Gewerbeverein so stemmen. Und ich hoffe, dass das weitergeht."

Es geht weiter, der Kernsatz am Stand der Alpha-Bau - früher der luxemburgische Zweig der insolventen Firma Weiland in Irrhausen. Frank Bermes, Michael Peters und Andreas Weiland haben den Betrieb aus der Masse gekauft und umgetauft. "Die Auftragslage ist sehr gut, wir haben viel zu tun", sagt Weiland. Und wirbt deshalb in Arzfeld um weitere Mitarbeiter. Erste Bewerber haben sich auf der Schau schon gemeldet. Weilands Fazit am Sonntag: Wetter "schon blöd", Messe aber gut.

Dass es anfangs nicht so brechend voll war, ist für manche gar kein Problem: "Wenn nicht so schrecklich viel Betrieb ist, kann man in Ruhe Gespräche führen", sagt Anna Bisenius, die in Arzfeld eine Naturheilpraxis betreibt. Sie freut sich über etliche Besucher, "die wirklich Interesse gezeigt haben". Bei Hermes Bedachungen aus Lichtenborn waren darunter auch viele Luxemburger. Und die, sagt Friedhelm Hermes, Vater der beiden Firmenchefs Daniel und Kevin, hätten sich für ein neues System mit sogenanntem Stehfalzblech interessiert. Wobei das gar nicht billiger sei als Ziegel. Aber die Leute aus dem Ländchen, ergänzt er mit einem Lächeln, die müssten ja auch nicht ganz so aufs Geld schauen.
Noch mal raus aufs Freigelände: Uwe Ewen vom gleichnamigen Arzfelder Autohaus hat clevererweise viele Kundentermine auf die Messe gelegt, entsprechend Betrieb herrschte an seinem Stand. "Wir sind zufrieden, wir haben gut verkauft". Und auch das Autohaus Bohnen fährt nicht mit allen Astras und Adams wieder zurück nach Prüm. Und auch dort gibt es Komplimente für die Organisatoren. Die Wetterprobleme, sagt Jochen Kauth, seien gut gelöst worden. Nach den wüsten Kapriolen nämlich, sagt Herbert Zahnen, Vorsitzender des Gewerbevereins, habe man mal eben 100 Tonnen frischen Schotter aufs nasse Gelände bringen müssen.

Am Sonntag freuen sich die Besucher (Zahnen hofft, dass die 10 000 von 2012 wieder erreicht werden), dass endlich die Sonne scheint: Wie auch Brigitte und Reinhard Schüller aus Dockweiler. Die Schau gefällt den beiden Vulkaneiflern, die sich beim Thema Heizung schlaumachen wollten. Hat geklappt: "Wir wurden gut beraten", sagt Brigitte Schüller - und zwar an den Ständen von Klaus Weinand aus Bleialf und von Matthias Thomas aus Knaufspesch.
Vergessen wir das Wetter, denn vieles hat sehr gut funktioniert: Das Rahmenprogramm, sagt Herbert Zahnen, sei "durchweg bombig" gelaufen - wie der Lieder-Wettbewerb am Freitag, von dem viele noch am Sonntag schwärmen. "Das war mein persönliches Highlight", sagt Andreas Kruppert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld.Extra

Foto: (e_pruem )
Foto: klaus kimmling (kik), klaus kimmling ("TV-Upload kimmling"
Foto: klaus kimmling (kik), klaus kimmlilng ("TV-Upload kimmling"
Und Spaß haben die Besucher auch, ob groß oder klein. Dafür sorgen auch die beiden bunten Botschafter von Natali Hackens Grafiksalon aus Auw – hier machen sie gerade eine Lesepause am TV-Stand. Foto: klaus kimmling (kik), klaus kimmling ("TV-Upload kimmling"

Die Polizei Prüm teilt mit, dass in der Nacht auf Samstag mehrere Lampen am Gelände der Westeifelschau beschädigt wurden. Außerdem wurden an der Industriestraße zwei Einbahnstraßen-Schilder entfernt. Hinweise nehmen die Beamten unter Telefon 06551/9420 entgegen. fpl

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