2012 - wie es wirklich wird

2012 - wie es wirklich wird

Was mag das neue Jahr wohl bringen? Zwischen Weihnachten und Neujahr haben alle möglichen kurzsichtigen Hellseher und selbst ernannten Propheten Hochkonjunktur. Eine hochgradig seriöse Alternative ist das Orakel von Heckhalenfeld. Exklusiv für den TV hat es auf 2012 vorausgeblickt - demnach steht ein ereignisreiches Jahr an.

Januar: Dramatische Wende bei den Fusionsverhandlungen der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll: Bürgermeisterin Diane Schmitz erklärt die Gespräche mit Hillesheim und Gerolstein für gescheitert. Stattdessen präsentiert sie einen neuen Vorschlag, wie die VG die Kommunalreform überstehen soll. Denn ein Faktor für die Zukünftsfähigkeit sei ja die Anzahl der Gemeinden - weshalb sich die VG Arzfeld mit ihren 43 Orten beruhigt zurücklehne. Deshalb will nun auch die Obere Kyll aufrüsten und hebt die Gemeinden Zur Kehr, Jünkerath-Bahnhof, Glaadt, Neuenstein, Schönfeld, Auel, Neureuth, Wirfttal, Niederkyll und Lehnerath aus der Taufe. "Kleiner als Sengerich mit seinen 23 Einwohnern sind die auch nicht", heißt es aus dem Rathaus.

Februar: Nach Abschluss der Kreisverkehrstestphase in Prüm wird beschlossen, dass diese Regelung zur Grundlage der künftigen Hahnplatzgestaltung werden soll. Noch am gleichen Tag beginnt der Wettbewerb der Städteplaner. Nur wenige Stunden später trifft der erste - anonyme - Entwurf ein. Der Titel: "Der Hahnplatz so wie 1900, nur mit Kreisverkehr und Autos".

März: Die "Islek-Energie"" der VG Arzfeld geht auf Wachstumskurs - mit großen Plänen. Nach der Einweihung der fünften Großflächen-Solaranlage weckt sie das Interesse des Energie-Konzerns RWE. Nach Geheimverhandlungen wird die "Islek-Energie" schließlich für 200 Millionen Euro verkauft. "Ein großer Tag", freut sich Andreas Kruppert, Bürgermeister der nun mit einem Schlag schuldenfreien Verbandsgemeinde Arzfeld. Gerüchte über einen Neubau des Verwaltungsgebäudes in sonnigeren Gefilden lässt er aber umgehend dementieren.

April: Völlig unerwartet erklärt Prüms VG-Bürgermeister Aloysius Söhngen seinen Rücktritt. Wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren ist, will der passionierte Reiter Söhngen das Gestüt Schlenderjan übernehmen. Sein erster Kommentar: "Das Leben ist ein Ponyhof". Schon laufen sich die Bewerber jeglicher politischer Couleur warm, um den noch warmen Sessel im Rathaus zu übernehmen. Besonders ein jüngst verfügbar gewordener Kandidat aus der Kyllburger Kante macht sich offenbar Hoffnung. Doch noch bevor die ersten Wahlplakate gedruckt werden können, ist das Rennen schon wieder vorbei - "alles nur ein Aprilscherz".

Mai: Nächster Karriereschritt für Patrick Schnieder: Der ehemalige Bürgermeister der VG Arzfeld wird neuer Vorsitzender des Verkehrsausschusses des Bundestags. Unterdessen wird bekannt, dass auch die politische Konkurrenz der FDP massiv um den Eifeler geworben hatte und ihm sogar den Posten als Parteivorsitzender angebot. "Wir wollten endlich wieder einen Chef, der in der Lage ist, über die Fünf-Prozent-Hürde zu gucken", sagt ein Insider.

Juni: Lange wurde diskutiert, ab dem 1. Juni wird es Wirklichkeit: Die PRÜ-Kennzeichen kommen zurück. In Rekordzeit sind nahezu alle Autos im Altkreis mit den neuen Nummernschildern ausgestattet. Danach macht die Zulassungsstelle erst einmal für drei Monate dicht: Überstunden-Abbau.

Juli: Gelangweilt von einem Jahr ohne Großveranstaltung starten die Prümer eine geheime Kommando-Aktion, um endlich die Tour de France in die Stadt zu holen. Bei Nacht und Nebel bricht ein Trupp des RSC Prüm auf, um sämtliche Ortsschilder von Lüttich - wo das Radsportspektakel eigentlich starten soll - abzuschrauben und nach Prüm zu bringen. Innerhalb weniger Stunden wird die Abteistadt so zumindest dem Namen nach in die belgische Metropole verwandelt. Einzig der deutschen Tour-Hoffnung Johannes Fröhlinger aus Seiwerath, der für Skil-Shimano an den Start geht, kommt die Gegend seltsam vertraut vor.

August: Im Streit um die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs in der Eifel holen die Grünen zum ganz großen Schlag aus: Sämtliche ehemaligen Bahnstrecken der Westeifel sollen reaktiviert werden - auch diejenigen, die längst zu Radwegen umgebaut worden sind. Die seien doch in einem wesentlich besseren Zustand als viele Kreis- und Landesstraßen, heißt es aus Mainz. Finanziert werden soll das Projekt mit Mitteln aus dem Straßenbau - die brauche man dank der Bahn ja nun nicht mehr.

September: Die Freien Wähler (FWG) erklären, dass sie bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr antreten werden. Umgehend lässt sich Landrat Joachim Streit zum Kanzlerkandidaten ausrufen. Sein Motto im Euro-Krisen-Wahlkampf: Und alle zahlen mit!

Oktober: Endlich ein klares Bekenntnis aus Mainz: Der DSL-Ausbau im Eifelkreis kommt. Aber irgendwie will sich die Landesregierung nicht auf einen konkreten Zeitplan festlegen. Erst eine gezielte Indiskretion aus der Ministerrunde schafft Klarheit: "Die Bauern da sind doch 2000 Jahre ohne Internet ausgekommen, da machen 100 Jahre hin oder her doch auch keinen Unterschied". Stattdessen sollten die Eifeler besser den unter notorischem Besuchermangel leidenden Nürburgring besuchen - "da geht es doch schließlich auch schnell zur Sache".

November: Bitburg feiert, Prüm jubelt: Flughafen-Projektentwickler Frank Lamparski hat es geschafft: Unter großem Jubel der Kreisprominenz landet der erste Super-Airbus A 380 in Bitburg. Doch auch Prüm hat Grund zum Jubeln: Abgeschreckt vom einsetzenden Fluglärm beschließt das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Eifel den endgültigen Umzug zurück nach Prüm - andere Behörden folgen. "Wir wissen gar nicht mehr wohin mit denen", sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. Prompt wird über den Bau eines neuen Behördenzentrums am Teichplatz nachgedacht. Nur halbherzig werden die Gerüchte dementiert, dass die Kreisverwaltung - ebenfalls auf der Suche nach einem ruhigeren Plätzchen - dort fündig geworden ist.

Dezember: Kurz vor Jahresende doch noch eine Entscheidung in der Hahnplatzdebatte: Um alle Diskussionen über eine zukünftige Gestaltung zu beenden, beschließen Stadt und LBM einen vierspurigen Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 66 Metern, der in beide Richtungen befahren werden kann - denn die Umwege, den Kreisel zu drei Vierteln zu umrunden, würden die Kunden abschrecken. Damit entfällt auch das Problem, den restlichen Hahnplatz irgendwie gestalten zu müssen.
Für die sich vereinzelt in die Stadt verirrenden Fußgänger gilt eine Einbahnregelung mit Zeitlimit: sie dürfen den Hahnplatz nur zwischen 5 und 6.30 Uhr morgens gegen den Uhrzeigersinn überqueren - sofern sie nachweisen können, dass sie weder Führerschein noch Auto besitzen.