2015 wird Bitburg wachsen

Jetzt steht der Termin fest: Bis Ende 2015 wollen die Amerikaner sich komplett aus der Bitburger Housing zurückziehen. Bürgermeister Joachim Kandels hat schon viele Ideen, was dann aus der Stadt in der Stadt werden könnte.

Bitburg. Derzeit noch gut bewacht, wartet hinter Zaun und Stacheldraht eine große Herausforderung auf die Stadt Bitburg: die "Bitburg Annex" oder Bitburger Housing. Inzwischen steht fest, wann die Amerikaner das hufeisenförmig angelegte Areal mit seinen Schulen, Geschäften, Kasernen und den rund 40 blassgelb gestrichenen Wohnblocks verlassen: Ende 2012 werden die sogenannten "französischen Kasernen" geräumt. Und Ende 2015 der Rest der Housing. Sie ist ein Anhängsel des Luftwaffenstützpunkts Spangdahlem, seitdem die Bitburger Airbase 1994 geschlossen wurde.

Und dieses Anhängsel wird ab 2015 nicht mehr benötigt. Zum einen entsprechen die Gebäude nicht mehr den amerikanischen Anforderungen an ein angenehmes Wohnumfeld. Zum anderen sollen künftig alle wichtigen US-Einrichtungen zentral auf der Airbase Spangdahlem liegen. In der Spangdahlemer Nordwest-Erweiterung wird deshalb kräftig gebaut: 2012 soll dort ein neuer Kindergarten entstehen. Sobald der fertig ist, gibt die Air-Force das Gebiet der französischen Kasernen ab, wo derzeit noch der Kindergarten liegt.

In der benachbarten Housing hingegen befinden sich einige wichtige amerikanische Infrastruktureinrichtungen, die nicht so schnell ersetzbar sind. Dazu zählen eine Grund-, Mittel- und Highschool. Die neu zu bauenden, rund 92 Millionen Euro teuren Pendants in Spangdahlem sollen nach derzeitigem Planungsstand 2014 so weit sein, dass der Schulbetrieb beginnen kann. Noch vor wenigen Monaten war davon auszugehen, dass das frühestens 2018 geschieht. Inzwischen steht einer Pressemitteilung der Airbase zufolge jedoch fest, dass das benötigte Geld bereits früher fließt. Einzig der große neue Supermarkt wird erst 2016 fertig.

Außenstelle für Trierer Studenten?



Für die Bitburger bedeutet dies, dass sie in die Planung einsteigen können. Bürgermeister Joachim Kandels kann bereits einige Ideen präsentieren, was aus der Stadt in der Stadt werden könnte. Ihm schwebt eine Mischung aus Gewerbe, Wohnen, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen vor. Der Kindergarten und die Schulen könnten ihrem ursprünglichen Zweck dienen.

"Es macht keinen Sinn, etwas Neues zu bauen, wenn wir diese Gebäude übernehmen können", sagt Kandels. Die Grundschule Bitburg-Süd könnte so auf die Housing umziehen, und jede Menge neuer Kindergartenplätze könnten entstehen.

In der französischen Kaserne kämen die amerikanische Feuerwache und benachbarte Hallen für ein neues Katastrophenschutzzentrum in Frage. In den Kasernengebäuden sähe Kandels gerne Außenstellen von Uni oder Fachhochschule Trier. In den Wohngebäuden auch Mehrgenerationenhäuser. Und dort, wo alte Wohnblocks abgerissen werden, neues Gewerbe. Kurz: Ideen gibt es viele. "Wir sind aber noch ganz am Anfang", sagt Kandels, der mit Kreis und Land in Kontakt treten will, um über die Zukunft der Housing zu reden.