25 Jahre nach Abzug aus Bitburg soll ein Tank- und Lagerplatz entstehen

Kostenpflichtiger Inhalt: Militär : Kommen die Amerikaner auf den Flugplatz Bitburg zurück?

Die Amerikaner wollen 25 Jahre nach dem Abzug aus Bitburg wieder zurück auf den Flugplatz. Auf einem Gelände von etwa 13 Hektar plant die US-Luftwaffe einen Lager- und Tankplatz zu errichten. Jets sollen in der Stadt aber weiterhin nicht starten, versprechen Bund und Militär.

Am ersten Oktober 1994 hat sich in Bitburg alles verändert. An diesem Tag vor fast genau einem Vierteljahrhundert hat das US-Militär den Flugplatz an den Bund zurückgegeben. Es blieb ein fast 484 Hektar großes Konversionsgebiet mit 500 Gebäuden und 72 Flugzeugbunkern. Und die Angst, dass bald auch in der Stadt die Lichter ausgehen werden. Denn als die rund 12 000 Amerikaner Bitburg den Rücken kehrten, standen 2000 Arbeitsplätze auf der Kippe. Der Gemeinde und dem Umland gingen mit dem Militär rund 200 Millionen Mark Kaufkraft im Jahr verloren.

Und das war erst der Anfang vom Abzug. Nach und nach verabschiedeten sich die US-Truppen. 2012 verließen sie die ehemalige Französische Kaserne in der Mötscher Straße. Ende 2017 war auf dem ehemaligen Housing-Gelände Schluss.

Doch in der Eifel begriff man die Konversion nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Chance. Die Französische Kaserne ist inzwischen ein neues Stadtviertel im Aufbau, der Flugplatz Bitburg eines der erfolgreichsten Gewerbegebiete von Rheinland-Pfalz. Aus Kasernen wurden Wohnungen, aus Bunkern Büros und aus den verloren geglaubten Arbeitsplätzen rund 1500 neue Stellen.

Doch nun scheint es, dass dies noch nicht das Ende der Geschichte ist. Denn die US-Truppen wollen auf den Flugplatz Bitburg zurückkehren. Das geht aus der Antwort der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) auf eine Anfrage des TV zurück. Ein Sprecher der Behörde, der Teilbereiche der ehemaligen Air Base gehören, bestätigt die Gerüchte: „Die Gaststreitkräfte“ hätten „die Überlassung einer Liegenschaft“ auf dem Flugplatz Bitburg beantragt.

Derzeit werde noch „der angemeldete militärische Bedarf“ geprüft, heißt es von der Bima weiter. Wenn diesem stattgegeben wird, bekommen die US-Truppen  das angefragte Gelände „zur Erfüllung ihrer Verteidigungsaufgaben“ – und zwar ohne dafür auch nur einen Cent zu zahlen. Es handele sich dabei um ein rund 13,2 Hektar großes unbebautes Gelände, das derzeit dem Bund gehört. Laut der Behörde muss also niemand enteignet oder zum Umzug gezwungen werden.

Zum genauen Standort schweigt sich die zuständige Stelle aus. Auch über die geplante Nutzung des Grundstücks ist derzeit wenig zu erfahren. Nur so viel gibt der Behördensprecher preis: „Fest steht, dass die Liegenschaftsanforderung nicht auf eine fliegerische Nutzung abstellt.“

Dies bestätigt auch die Pressestelle der Air Base Spangdahlem: „Es gibt derzeit keine Pläne, dass Militärflugzeuge wieder von Bitburg aus starten sollen.“ Die Luftwaffe ziehe aber in Betracht, circa fünf Lagergebäuden, Tankstellen und einige Parkplätzen auf dem Gewerbegebiet zu bauen. Die Absicht dahinter: Platz für Material, Ausrüstung und Fahrzeuge zu schaffen.

Wann es soweit sein wird, stehe noch nicht fest. Derzeit befinde man sich noch „in der Planungsphase“ und kenne „keinen genauen Zeitrahmen“.

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