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27. Weihnachtsbaumaktion in Bitburg: Bedürftige leben oft gleich nebenan

Ehrenamt : Weihnachtsbaumaktion in Bitburg: Die Bedürftigen leben häufig gleich nebenan

Zum 27. Mal unterstützt die Bitburger Weihnachtsbaumaktion bedürftige Familien und Senioren. Jeder kann dabei helfen - und die Hilfe wird oft dringend benötigt.

Auf vieles muss während der Corona-Pandemie verzichtet werden. Weihnachtsfeiern fallen aus, der Weihnachtsmarkt in Bitburg wurde entzerrt und zum Weihnachtlichen Bitburg umkonzipiert, doch eines hat Bestand: die Weihanchtsbaumaktion für Kinder und Senioren im Eifelkreis. Zum 27. Mal wird sie von der Initiatorin und Organisatorin Karian Bujara-Becker auf die Beine gestellt.

„Es ist schön, dass so etwas Bestand hat und ich weiter auf meine Unterstützer setzen kann“, sagt Bujara-Becker. „Die Armut wohnt, auch wenn sich das niemand so richtig vor Augen führen mag, oft einfach nebenan, man sieht sie nur nicht.“ Um genau dieser verborgenen Armut etwas zu Weihnachten entgegenzusetzen, entstand vor mehr als 25 Jahren die Idee, bedürftige Kinder und Familien und später auch Senioren mit Geschenken und beim Erfüllen von Wünschen zu helfen.

Wie funktioniert die Weihnachtsbaumaktion in Bitburg?

Das Konzept ist denkbar einfach: Früher in Kooperation mit der Caritas, heute vor allem unterstützt vom Verein Karee, werden Bujara-Becker die Wünsche der Bedürftigen anonym genannt. Sie schreibt wiederum kleine Kärtchen, die an verschiedenen Stellen an Weihnachtsbäumen hängen. „Spender können sich dann eine der Karten aussuchen, den Wunsch erfüllen und ihn verpackt bei uns abgeben.“ Ehrenamtliche Helfer treffen sich dann an einem festgesetzten Termin, sammeln die Geschenke ein und beschenken schließlich die Kinder, Familien oder auch Senioren.

„Die Caritas ist nach wie vor mit an Bord, aber nicht mehr ausschließlich und so intensiv wie früher“, sagt sie. Seit vorigem Jahr sei als Partner der Verein Karee Eifel, ein Fachdienst für Familienhilfe und schulische Inklusion, mit an Bord gekommen. Das Ziel sei aber weiterhin Menschen, die nicht auf die ausreichenden Mittel zurückgreifen können, bei der Erfüllung von Wünschen zu unterstützen. „Das sind oft ganz kleine Sachen wie eine Barbie oder ein ganz besonderer Markenpullover oder auch mal ein paar Turnschuhe. Wichtig ist uns, dass es wirklich neuwertige Sachen sind. Nicht weil gutes Gebrauchtes nicht willkommen wäre, einfach nur deswegen, weil für viele Kinder und Jugendliche nur zu Weihnachten die Chance besteht, etwas wirklich Neues zu bekommen“, sagt sie.

Bitburg unterstützt zur Weihnachtszeit Kinder, Eltern und Senioren

Im aktuellen Durchgang unterstütze man etwa 65 Kinder und ihre Eltern sowie 31 Senioren. „Diesmal neu mit dabei sind auch 13 Kinder, deren Eltern von der Flut betroffen sind“, sagt Bujara-Becker. Werden denn tatsächlich alle Wünsche berücksichtigt? „Definitiv, wenn Karten übrig bleiben, dann werden die Geschenke von mir besorgt. Es gibt ja neben dem Packen eigener persönlicher Geschenke auch immer die Möglichkeit, unsere Aktion mit einer Spende zu unterstützen. Mit den Spenden werden dann unter anderem solche Nachkäufe finanziert.“

Letztlich sei die Aktion zwar auf die Erfüllung der Wünsche ausgerichtet, aber die Familien haben ja häufig auch andere Sachen, die dringend benötigt werden, beispielsweise wenn eine Waschmaschine fehlt. Es kommt auch vor, dass eine Seniorin sich Holz wünscht, weil sie sonst nicht heizen kann und auch Lebensmittel sind immer wieder gefragt. „Das jemand dringend Lebenmittel braucht, finde ich immer noch sehr erschreckend in unserer Gesellschaft“, sagt sie.

Wer einen Weihnachtswunsch erfüllen möchte, kann noch diese Woche an folgenden Orten ein Kärtchen vom Baum pflücken: in Bitburg im Autohaus Schaal, im Kinderladen Kleiner Luppes, im Steuerbüro Berweiler sowie im Modehaus Messerich, in Speicher bei Scherf-Immobilien sowie in Bleialf beim Alten Backhaus. Spenden sind auf folgendes Konto möglich: IBAN DE29 5866 0101 0202 0564 46 (Volksbank Eifel)