30 Jahre für Stockem
Otto Thünemann war von 1979 bis 2009 Ortsbürgermeister in Stockem. Ein Einblick in 30 Jahre Amtszeit mit einem Ausblick in die Zukunft.
Stockem. Ach ja, früher! Früher gab es eine Poststelle, einen Gemischtwarenhandel und die Stockemer Kirmes. Heute ist alles anders.
In der 30-jährigen Amtszeit von Otto Thünemann wurden so einige Projekte ins Leben gerufen, Wirtschaftswege ausgebaut, die Kirche restauriert und 2008 das große Projekt der Kanalisation begonnen. Die Arbeit des Bürgermeisters wurde am Wochenende und nach Feierabend erledigt. Aber mit einem guten Team macht die Arbeit Spaß. Ohne die große Eigeninitiative der Dorfbewohner wäre das alles nicht möglich gewesen. "Wir waren viel auf Eigenleistung angewiesen, da die Gelder fehlten. Trotz Sparsamkeit ist der Überschuss nicht üppig", bemerkt Otto Thünemann.
Früher lebte fast jeder im Dorf von der Landwirtschaft. Heute gibt es nur noch vier Bauern. Das wirkt sich negativ auf die Einwohnerzahl aus. Von 120 Dorfbewohnern sind ungefähr noch 85 übrig geblieben. Die Leute finden keine Arbeit, und es steht kein Bauland zur Verfügung. Selbst die Stockemer Kirmes ist vor einigen Jahren eingestellt worden. Es lohnt sich nicht mehr für die Betreiber, da die Kosten zu hoch sind. Die Kirmes hatte immer bis zu 1200 Besucher angezogen.
Für die Zukunft wünscht sich der ehemalige Bürgermeister mehr junge Leute im Ort. "Ich war nie in einer Partei und habe mich nicht für das Amt beworben. Das hat sich so ergeben. Wir waren eine gute Mannschaft", erinnert sich Otto Thünemann. Jetzt steht er nur noch für Ratschläge dem neuen Bürgermeister zur Seite.