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32 Unternehmen schließen sich in Bitburg zusammen

Vereine : 32 Unternehmen schließen sich in Bitburg zusammen

Sie wollen sich vernetzen: Das Geschäfts-Netzwerk Beda Eifla hat sich gestern in Bitburg gegründet. Was hat es damit auf sich?

Früh morgens um 6.30 Uhr ist es auf dem Bedaplatz noch verhältnismäßig ruhig. Doch im Bedahaus herrscht bereits geschäftiges Treiben. Rund 180 Vertreter von Unternehmen aus der Region sind zusammengekommen. Der Grund: Das weltweite Netzwerk Business Network International (BNI) bekommt einen Zusammenschluss, ein sogenanntes Chapter, in Bitburg.

32 Unternehmen gehören zu den Gründungsmitgliedern. Firmen aus unterschiedlichen Branchen, die von ihren Kontakten gegenseitig profitieren möchten. „Ihr habt alle einen großen Rucksack voller Erfahrung und Kontakte dabei“, sagt die Exekutivdirektorin der Region Trier-Koblenz, Laurence Droz. Dass man diesen Rucksack nur öffnet, wenn genug Vertrauen da ist, ist allen klar und damit ein wichtiger Grundpfeiler für das Netzwerk.

Geschaffen wird dieses Vertrauen mit wöchentlichen Meetings. „Da entstehen nicht nur Geschäftsbeziehungen, sondern auch Freundschaften“, sagt Detlef Thul. Er ist der Chapter-Direktor und blickt bereits auf mehrjährige Erfahrung bei BNI zurück. Eigentlich kommt er aus Pantenburg bei Manderscheid und war Mitglied im Chapter an der Mosel. Er ist von dem Netzwerk absolut überzeugt.

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der begeisterte Netzwerker das Franchise BNI weiter tragen möchte. Mit der Region Eifel sei er durch einen Maler in Berührung gekommen, der 2017 zu seinem Mosel-Chapter kam. Heute seien beide noch immer eng miteinander verbunden, geschäftlich wie auch freundschaftlich. Dies sei der Startschuss für einen Eifel-Ableger gewesen. Die letzten Monate hat Detlef Thul damit verbracht, das Chapter Beda Eifla aufzubauen.

„Von Sommer 2018 bis November 2018 kamen schon zwölf Unternehmer zusammen. Ein erstes Treffen, bei dem sich alle kennenlernten, gab es Ende November“, sagt Thul. Inzwischen sind es 32 Unternehmer, die sich jeden Donnerstag zwischen 6.45 und 8.30 Uhr im Hotel Eifelbräu treffen. Auch Gäste sind bei den klar strukturierten Treffen mit Frühstück willkommen. Von den Mitgliedern muss der fixe Termin eingehalten werden.

Beim Gründungsfrühstück gibt es einen Einblick, wie ein solcher Morgen abläuft. Die Hauptbestandteile sind eine Vorstellung der jeweiligen Unternehmen von gerade einmal 30 Sekunden, in denen auch gesagt werden soll, was sie aktuell an Kontakten suchen und die so genannte Engagementrunde. Hier wird gesagt, welche Empfehlungen man für wen ausgesprochen hat und auch, wie viel Geld man durch Empfehlungen anderer Mitglieder eingenommen hat.

Denn genau das ist der essenzielle Bestandteil des Netzwerkes: Wer kennt wen, der jemanden kennt, der ein Handwerk oder eine Dienstleistung anbietet. So weit, so klassisch. Das Besondere an BNI ist, dass pro Fachrichtung nur ein Betrieb vertreten sein darf. Gibt es schon einen Maler, ist für einen zweiten in diesem Chapter kein Platz mehr.

„Die direkte Empfehlung hat einen enormen Nutzen, sowohl für das Unternehmen als auch für den Kunden selbst“, sagt Andrea Ditscheid. Die junge Frau aus Holsthum arbeitet bei einer Aktiengesellschaft in Trier, die seit Januar 2019 Mitglied ist. Ähnlich sehen es auch ihre Chapter-Kollegen. „Die Zusammenarbeit über BNI-Empfehlungen ist schneller, reibungsloser und effektiver“, sagt Sebastian Romberg. Er arbeitet bei einer Sanierungsfirma, ebenfalls in Trier. Als Chapter-Mitglied hat er Alexander Kleer von der Recyclingfirma Remondis eingeladen. Für die Trierer Firmen ist es eine Möglichkeit, neue Kunden in der Eifel zu gewinnen und wichtige Kontakte zu knüpfen. „Wir möchten gerne Mitglied bei BNI werden. Die klaren Strukturen gefallen mir“, sagt Kleer. Für ihn ist die regionale Vernetzung von Handwerk und Industrie sehr wichtig. Die Mehrheit der Firmen hat allerdings ihren Sitz in der Eifel.

Wie viel die gegenseitigen Empfehlungen bringen, wird an diesem Morgen deutlich. Es gibt etliche Empfehlungen etwa für Hans-Peter Mulbach oder Timo Rings, beide aus Bitburg, sowie den Designer Gero Keller aus Fließem. Die Umsätze, die durch die Kontaktvermittlung in jüngster Zeit zustande kamen, können sich sehen lassen: 284 960 Euro. „Provisionsfreies Marketing“, nennt Detlef Thul das. Bis Oktober hat er mit seinem Chapter ambitionierte Ziele: Beda Eifla soll auf mindestens 55 Mitglieder anwachsen und einen Umsatz von 1,8 Millionen Euro schaffen. Und in dem Zusammenhang nennt Thul einen weiteren Vorteil: „Ein Großteil der Umsätze bleibt in der Region, die profitiert davon natürlich sehr.“