500 000 Euro fürs Schwitzen

500 000 Euro fürs Schwitzen

Gleich nach der Wintersaison geht es los. Ab Mitte Mai will die Stadt den Saunabereich im Cascade-Bad sanieren. Knapp eine halbe Million Euro werden investiert. Unter anderem sollen Fliesen und Wandfarben, aber auch Lüftungsschächte und Leitungen im Altbau erneuert werden.

Bitburg. Hier und da fehlt mal eine Kachel, über der Dusche hat ein Lüftungsschacht Rost angesetzt, an der Decke blättert der Putz. Das Cascade-Bad, 1995 eröffnet, ist in die Jahre gekommen. Vergangenen Sommer wurde für 150 000 Euro die Decke im Erlebnisbad erneuert (der TV berichtete). Nun steht der Altbau des Saunabereichs auf dem Programm.
"An manchen Stellen tropft es durch die Decke. Da muss richtig was passieren", sagt Cascade-Geschäftsführerin Elfriede Grewe. Für sie geht es bei der Sanierung vor allem darum, dass Bad technisch in Schuss zu halten. "Entweder man entscheidet sich nach 20 Jahren, solche Sanierungsarbeiten anzugehen oder man muss langfristig das Bad schließen", sagt Grewe, die sich natürlich freut, dass die Stadt sich zum Sanieren entschieden hat - in finanziell vertretbaren Etappen. Schließlich wird ja bereits der ganze laufende Betrieb des Bads Jahr für Jahr von der Stadt mitfinanziert. Für 2014 ist vorgesehen, dass die Stadt rund 560 000 Euro beisteuert (siehe Extra). Umso mehr freut sich Geschäftsführerin Grewe, dass der Stadtrat mit dem Beschluss der Wirtschaftspläne für 2014 auch grünes Licht für die Sanierung des Saunabereichs gegeben hat.
Erneuert werden soll der Altbau, also jener Teil der Sauna, der nun wie das gesamte Cascade fast 20 Jahre alt ist. Der Anbau mit Ruheraum, der zum Außenbereich samt Erdsauna führt, ist erst 2003 entstanden. Die Erweiterung war mit 1,3 Millionen Euro die größte Investition seit Bestehen des Bads.
Für Mitte Mai ist der Beginn der Sanierungsarbeiten im Altbau der Sauna geplant. "Wir rechnen damit, dass die Arbeiten etwa vier Monate dauern und wir Mitte September zur Herbst-/Wintersaison wieder öffnen", sagt Grewe. Sie geht auch davon aus, dass nach Abschluss der Bauarbeiten über eine Erhöhung der Eintrittspreise zu sprechen sein wird. Schließlich ist es ihr Ziel, die Verluste des Bads so gut wie möglich im Rahmen zu halten. Die Badchefin ist froh, dass die dringend notwendige Sanierung nun angegangen wird: "Das wird der Sauna ein völlig neues Ambiente geben." Ein Überblick:
Warme Farben: Im gesamten Altbau sollen die Böden und Wände einschließlich der Duschen und Toiletten neu gefliest werden. Die derzeit dominierenden weißen Fliesen mit blauen Akzenten sollen durch Fliesen in Natur- und Erdtönen ersetzt werden.

Mehr Gemütlichkeit: Der Gastrobereich soll gemütlicher gestaltet werden mit neuer Theke und Sitzmöbeln samt einer großen Lounge-Ecke.

Anders saunieren: Das Dampfbad sowie das Haman, wo es Massage-Anwendungen gibt, sollen komplett neu gestaltet werden. Dort geht es neben neuen Fliesen auch um die Beseitigung technischer Mängel. Zudem ist angedacht, dass die zwei Saunen im Innenbereich zu einer großen Sauna zusammengelegt werden. Draußen ist geplant, das Kalttauchbecken zu erneuern.Meinung

Der richtige Weg
Endlich! Es ist allerhöchste Zeit, den Saunabereich im Cascade zu sanieren. Im Wettbewerb um Gäste hat eine Sauna nur Chancen, wenn sich die Gäste rundum wohlfühlen. Die freundlichen, zuvorkommenden Mitarbeiter leisten dazu im Cascade einen wichtigen Beitrag. Ebenso wichtig ist aber auch, dass eine Sauna einfach eine ruhige, entspannende Atmosphäre bietet. Da hat es die Cascade-Sauna mit den kalten weißen Fliesen im Vergleich zu neueren Bädern schwer. Dieses Ambiente motiviert nicht unbedingt, von Wittlich bis nach Bitburg zu fahren, wenn auf der anderen Seite Bad Bertrich punktet - oder Trier oder neuerdings auch noch Hosingen. Eine halbe Million Euro sind zwar viel Geld, aber sie sind gut investiert. Das wird ein Anstieg der Gästezahlen zeigen. d.schommer@volksfreund.deExtra

Elfriede Grewe (54), Geschäftsführerin der Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft Bitburg (BVB) mbH, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt Bitburg, das seit 1995 das Cascade-Bad betreibt: Wie glauben Sie werden die Gäste den Saunabereich wahrnehmen, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind? Grewe: Man wird nicht mehr erkennen, dass der Saunabereich aus zwei Teilen - dem Altbau und dem Neubau - besteht. Durch die Sanierung des Altbaus wird dieser mit dem Neubau und dem Außenbereich eine Einheit bilden. Das wird großzügiger wirken. Und dann gehe ich davon aus, dass sich unsere Gäste noch wohler fühlen werden. Das wird ein völlig neues Ambiente im Altbau. Alles wird mehr Ruhe und Wärme ausstrahlen. Gehen Sie auch selbst in die Sauna? Grewe: Ja, aber nicht hier. Da würden sich für mich zu sehr Arbeit und Freizeit vermischen. Aber ich sauniere sehr gerne, obwohl ich nicht der typische Saunagänger bin. Ich mag keine Aufgüsse. Mir geht es vor allem um Ruhe und Entspannung. Am liebsten bei 90 Grad. Welche Gründe sprechen für Sie dafür, regelmäßig in die Sauna zu gehen? Grewe: Das ist absolut gesund. Mir bringt ein Saunabesuch auch Energie. Es stärkt die Abwehrkräfte und ist gut für die Haut. Wichtig finde ich, sich richtig abzukühlen und wirklich Ruhephasen zwischen den Saunagängen einzulegen. Für mich gehört das auf jeden Fall dazu. schoExtra

Im Wirtschaftsplan 2014 kalkuliert das Cascade-Bad mit einem negativen Ergebnis von rund 560 000 Euro, die die Stadt Bitburg ausgleichen muss. Betrieben wird das Bad von der Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft Bitburg (BVB) mbH, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt. Größte Einnahmequelle des Bads ist mit 1,1 Millionen Euro das Eintrittsgeld der rund 190 000 Schwimmbad- und der 33 000 Sauna-Besucher, mit denen das Cascade 2014 rechnet. Hinzu kommen Einnahmen aus Massage, Solarium und dem Cascade-Shop von rund 170 000 Euro. Größter Kostenposten ist das Personal mit gut einer Million Euro und die Energiekosten von 355 000 Euro. Allein die Reinigung und die Wasseraufbereitung verschlingen zusammen rund 50 000 Euro. scho