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55-jähriger Bauzeichner aus Idesheim ist an Leukämie erkrankt

Soziales : Eifeler sucht einen Stammzellenspender

Die Musiker der Vereine aus Idesheim und Kordel organisieren eine Typisierungsaktion für einen erkrankten Kameraden.

Hoffnung an Tower 14. Dort wird am Sonntag, 11. Juli, durch eine Typisierung ein genetischer Zwilling für Thomas gesucht. Der 55-Jährige ist an Leukämie erkrankt, Chemotherapie und Bestrahlung reichen nicht aus. Er braucht eine Transplantation gesunder Stammzellen.

Bisher konnte für den zweifachen Vater noch kein passender Spender gefunden werden, deshalb starten die Musikvereine Idesheim und Kordel die Aktion für ihren Kollegen. Vorstandsmitglied Denis Kreinz aus dem MV „Lyra“ Idesheim sagt: „Was wir nicht gut können, ist rumsitzen und abwarten.“ Weiter erklärt er: „Er ist immer sofort zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird. Jetzt sind wir dran, ihn zu unterstützen.“ Gemeinsam mit dem Musikverein 1896 Kordel, bei dem Thomas ebenfalls Euphonium spielt und als Kassenwart im Vorstand ist, rufen sie zur Registrierung als Stammzellenspender auf. Mit dabei ist die Stefan-Morsch-Stiftung, die ihren Sitz in Birkenfeld hat. Schon 1986 hat sie eine Stammzellenspenderdatei aufgebaut und vermittelt Spender für Betroffene.

Neben den Musikern setzen sich auch seine Arbeitskollegen für Thomas ein. Er arbeitet als Bauzeichner in Luxemburg-Kockelscheuer. Sie haben mit den Nachbarfirmen und der Initiative Plootscher Projet ebenfalls eine Typisierung organisiert. Plootscher Projet arbeitet eng mit der Stefan-Morsch-Stiftung zusammen.

Damit sich die Chancen für Thomas weiter erhöhen, einen Stammzellenspender zu finden, suchen die Musiker nach weiteren Unterstützern. Jana Grub, Vorsitzende des Musikvereins Kordel, sagt: „Wir möchten viele Menschen motivieren, etwa weitere Vereinsmitglieder, Mitarbeiter in Unternehmen und Schüler an weiterführenden Schulen, sich registrieren zu lassen und damit Thomas und Erkrankte weltweit zu unterstützen.“

Zusätzliche Spenden sind willkommen, denn sie werden gebraucht, um die Registrierungskosten zu finanzieren. Jede Neuaufnahme kostet 40 Euro. Darüber hinaus werden Betroffene unterstützt, die durch ihre Krankheit in finanzielle Notlagen gekommen sind.

Wegen der Corona-Pandemie wird es ähnlich zugehen wie an einem „Drive-In-Schalter“. An der ersten Station bekommt man die Einwilligungserklärung. An der zweiten Station wird die ausgefüllte Einwilligung von Mitarbeitern entgegengenommen und überprüft. Danach wird ein Stäbchen ausgegeben, mit dem man sich dann unter Anleitung die Speichelprobe selbst entnimmt. „Wir haben ein detailliertes Hygienekonzept erstellt, um unter den gegebenen Auflagen für alle Beteiligten sichere Abläufe zu ermöglichen“, sagt Fabian Korb von der Stefan-Morsch-Stiftung. Der Eifel-Motor-Sport-Club Bitburg unterstützt die Aktion. Er stellt Pylone, Flatterband und Bauzäune zur Verfügung. „Gleichzeitig stehen wir persönlich für alle Fragen vor Ort zur Verfügung“, erklärt Korb.

Erwachsene bis 60 Jahre und Jugendliche ab 16 (mit dem Einverständnis der Sorgeberechtigten) können sich in die Datei aufnehmen lassen. Für bis 40-Jährige ist das kostenlos.

 Der 55-jährige Thomas ist an Leukämie erkrankt und braucht dringend einen Stammzellspender. Foto: Hermann-Josef Dixius
Der 55-jährige Thomas ist an Leukämie erkrankt und braucht dringend einen Stammzellspender. Foto: Hermann-Josef Dixius Foto: Christina Bents

Thomas selbst ist zuversichtlich. Er hat sich mit den Worten: „Heute ist nicht alle Tage – ich komm‘ wieder, keine Frage“ von seinen Vereinskollegen für die Zeit seiner Behandlung verabschiedet.