60 Tonnen wuchten für eine Nacht

60 Tonnen wuchten für eine Nacht

BITBURG. Die sonst eher schlichte Fahrzeughalle der Bitburger Brauerei hat sich innerhalb weniger Stunden in eine Konzert-Arena verwandelt. Dort treten am Freitagabend Tobias Regner, Mike Leon Grosch sowie die regional bekannte Band "Juggernout" auf.

Am Montagmorgen werden die Männer von der Bitburger Brauerei wieder die Fahrzeughalle in Bitburgs Norden zurückhaben. Dort sind normalerweise der Fahrzeugpool des Unternehmens sowie eine Werkstatt untergebracht, und dort werden am Donnerstagmorgen mit Hochdruck Winterreifen montiert. Für das Montieren haben die Männer zwar noch Platz. Die rund 50 Firmenautos sind aber schon weg. Denn in der Halle wird mit Hochdruck eine beheizte Konzert-Arena hergerichtet. Arbeiten nach striktem Zeitplan

30 Tonnen Material in mehreren LKW karren Teamleiter Marc Mutert und seine Kollegen heran. Aus dem für Laien undurchdringlichen Gewirr aus Traversen, Böden und Stoffbahnen entsteht bis in die Abendstunden unter anderem eine 1,5 Meter hohe Bühne sowie eine Verkleidung für die Hallenwände. "Vor die Wände werden Stoffbahnen gehängt. Das verbessert die Akustik und verdeckt die nackten Wände", sagt Mutert. Rund fünf Kilometer Kabel werden außerdem in der Halle verlegt. Mit dem 14 mal zwölf Meter großen Podest für die Musiker allein ist es jedoch noch nicht getan. Noch einmal 30 Tonnen mit Vorrichtungen für Licht und Ton werden ebenfalls eingebaut, aufgestellt oder aufgehängt. Jochen Ollig ist für diesen Bereich verantwortlich. Seine Aufgabe besteht darin, mit seinen Helfern Lampen und Strahler mit einer Leistung von 80 Kilowatt sowie eine Musikanlage mit zweimal zehn Kilowatt Leistung so zu installieren, dass jeder etwas davon hat: Die Musiker optimale Voraussetzungen für ihren Auftritt, die bis zu 1800 Besucher einen optimalen Hörgenuss und die Nachbarn möglichst wenig Lärm. Einen halben Jahres Vorbereitung hat es bedurft, damit die Genießernacht der Brauerei stattfinden kann. Am Mittwoch begannen die ersten sichtbaren Vorbereitungen. Was für den unkundigen Betrachter am Donnerstag aussieht wie ein chaotisches Herumgewusel von bis zu 40 Arbeitern und Technikern, scheint also doch gar nicht so ungeordnet vonstatten zu gehen. "Es gibt einen genauen Zeitplan für die Arbeiten", sagt Mutert. Der schreibt auch vor, wo und wie der Catering-Bereich aufgebaut wird, wo sich die Garderoben befinden, und wo die Vips sich aufhalten dürfen. Dieser Plan besagt zudem, dass am Donnerstag um 8 Uhr die Aufbauarbeiten beginnen und am Freitagmittag die am Abend auftretenden Künstler sich mit der Halle und der Technik vertraut machen können: Tobias Regner und Mike Leon Grosch waren Erst- und Zweitplatzierte der Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" und kommen mit ihren jeweils siebenköpfigen Bands in die Eifel. Ebenfalls aus sieben meist aus der Eifel stammenden Mitgliedern besteht die Band "Juggernout", die sich bei einem von Unternehmen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland veranstalteten Band-Contest durchgesetzt hat. Für die Konzert-Logistiker werden die Auftritte nicht mehr als eine Ruhepause nach anstrengender Arbeit und vor einer anstrengenden Nacht sein. Bis Samstagmittag wollen sie die 60 Tonnen Ausrüstung abgebaut und die Konzert-Arena wieder in eine Fahrzeughalle mit Werkstatt zurückverwandelt haben. Ab Montagmorgen sollen dort wieder die Fahrzeuge gewartet und abgestellt werden. Es gibt noch Karten an der Abendkasse. Parkmöglichkeiten sind auf dem Beda-Platz und am Alten Gymnasium in der Trierer Straße vorhanden. Das Parkhaus an der Neuerburger Straße hat länger geöffnet.

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