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600 Tonnen Streusalz stehen bereit

600 Tonnen Streusalz stehen bereit

Der erste Schnee ist gefallen. Die Straßenmeisterei Prüm musste bereits dreimal ausrücken, um Bundes-, Land-, und Kreisstraßen zu streuen. Sobald der Wetterdienst Schnee und Kälte meldet, wird die Rufbereitschaft des Streudienstes aktiviert. Droht Glatteis, beginnen die Mitarbeiter sofort mit dem Streuen.

Prüm. Romantisch glitzert der Reif auf den Feldern. Die Bäume am Straßenrand sind mit einer feinen funkelnden weißen Schicht bedeckt. Das Thermometer im Auto zeigt zwei Grad Celsius an - Plustemperatur, glatt wird es wohl nicht sein. Eine mitunter fatale Fehleinschätzung, denn auch wenn die Quecksilbersäulen nicht im Minusbereich stehen, dürfen sich Autofahrer nicht in Sicherheit wähnen.
"Es ist trügerisch zu glauben, dass die Straßen nur glatt sind, wenn es unter null Grad geht. Wenn der Boden kalt und die Feuchtigkeit groß genug ist, kann die Fahrbahn spiegelglatt sein", warnt Christoph Cremer von der Polizeidirektion Prüm.
Seitdem in der vergangenen Woche der erste Schnee fiel und sogar liegen blieb, sind Polizei und die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Prüm besonders aufmerksam, wenn es um die Witterung in der Eifel geht.
"Zweimal mussten wir vorige Woche während der Schneetage mit unseren Fahrzeugen ausrücken, um zu streuen. Auch heute früh waren wir schon unterwegs", sagt am Montagmorgen Karl-Heinz Rach von der Straßenmeisterei Prüm. Etwa 300 Kilometer lang ist das betreute Straßennetz im Altkreis Prüm. "Wir sind zuständig für das Streuen der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen", ergänzt er. Die Meldungen des Wetterdienstes werden nun ständig beobachtet. Sobald die Witterungen Glatteisgefahr mit sich bringen können, beginnt die Rufbereitschaft. Ein Kontrolldienst fahre dann zu Orten, an denen mit Glatteis zu rechnen sei und melde, sobald die Straßen rutschig würden.
Auch Rach warnt davor, die Situation bei Plustemperaturen zu unterschätzen: "In Bodennähe kommt es in Tal- oder Höhenlagen schnell zu Frost, ohne das man zunächst damit gerechnet hätte. Genau deswegen schicken wir ja auch jemanden raus, der vor Ort die Lage einschätzt." Sobald es kritisch wird, rückt das Team der Meisterei mit bis zu neun Streufahrzeugen aus. "Wir selber haben drei. Sobald es zum Einsatz kommt, werden wir mit sechs Wagen eines Winterdienst-Unternehmers unterstützt."
Dass der Straßenmeisterei Prüm schnell das Streusalz ausgehen könnte, ist auch bei anhaltenden Schneefällen oder Frosttagen unwahrscheinlich. "Wir haben etwa 600 Tonnen vorrätig. Pro komplette Runde verteilen wir aber auch 50 bis 55 Tonnen. Sobald die Hälfte der Vorräte ausgefahren ist, wird nachbestellt", berichtet Rach.
So gut die Straßen aber auch präpariert würden, Unfälle seien nur zu verhindern, wenn sich die Autofahrer auf die Fahrbedingungen einstellten, betont Cremer. Glücklicherweise habe die Prümer Polizei bis Montag trotz einiger glatter Stunden noch keine witterungsbedingten Unfälle aufnehmen müssen. "Gerade in den ersten Tagen sind die Fahrer vorsichtig. Risikobereiter werden sie aber, wenn sie sich nach anhaltenden Winterbedingungen an die Situation gewöhnt haben. Auch wenn wir beobachten können, dass Autofahrer in unserer Region durchaus mit Schnee und Glätte umgehen können, wächst dann die Risikobereitschaft."
Er empfiehlt, die Geschwindigkeit eher zu früh als zu spät zu drosseln und an Winterreifen zu denken. "Vorsicht ist das Wichtigste. Schon bei Fahrtantritt sollte man einen Blick aufs Thermometer werden", erinnert er.Extra

Seit 2010 ist das Fahren bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Reif- oder Eisglätte nur mit sogenannten M+S-Reifen (Winter- und Ganzjahresreifen) erlaubt - wohlgemerkt gilt diese Regelung für das gesamte Jahr. Dementsprechend gibt es also in Deutschland keine Winterreifen-Pflicht im eigentlichen Sinne, sondern nur eine Pflicht, die Ausstattung des Wagens den Wetterverhältnissen anzupassen - auch bei unwahrscheinlichem Schneefall im Sommer. Wer dagegen verstößt, muss mit einem Punkt in Flensburg und einem Bußgeld zwischen 40 Euro und - im Falle eines Unfalls -120 Euro rechnen. aff