6000 Radler genießen autofreie Strecke bei Saar-Pedal

6000 Radler genießen autofreie Strecke bei Saar-Pedal

Bunte Kinderräder, sportliche Rennräder oder gemütliche Trekkingbikes: Beim autofreien Erlebnissonntag Saarpedal kamen viele Ausführungen von motorfreien Zweirädern zum Einsatz. Im Vergleich zum Vorjahr (20 000) sank die geschätzte Teilnehmerzahl auf maximal 6000.

Saarburg/Konz. Der Wetterbericht verheißt wenig Gutes. Morgens noch trockenes Wetter, aber gegen Abend soll es schlechter werden. Das hält viele Menschen vormittags nicht davon ab, sich mit den Rädern auf den Weg zu machen. Auf dem Parkplatz am Startpunkt in Konz stehen Autos mit Wittlicher und Bitburger Kennzeichen, dazu viele aus Trier/Trier-Saarburg.
Unterwegs auf der Strecke zeigt sich deutlich, dass Saarpedal auch Familienveranstaltung ist. Eltern mit ihren Kindern nutzen die Gelegenheit, unbehelligt von Autoverkehr das Radeln zu üben. Dafür sind die Voraussetzungen sehr gut. Denn vermutlich aufgrund des Wetters ist nirgends wirkliches Gedränge auf der Strecke.
Und so bleibt der eine oder andere unkontrollierte Schlenker eines jungen Radlers ohne schlimme Folgen. So viel Platz sei in früheren Jahren nicht auf der Strecke gewesen, erzählt Agnes Klesen aus Mettlach im Saarland. Sie ist schon öfter bei Saarpedal mitgefahren und hat Tage erlebt, an denen es kaum ein Durchkommen gab: "Im Vergleich dazu fährt es sich heute gut."
An den einzelnen Stationen in den Dörfern wird den Radlern viel geboten. Es gibt Stände mit Waffeln, herzhaftem Imbiss, kühlen alkoholfreien Getränken sowie Wein, Sekt und Bier. Christoph Kramp, der in Saarburg Waffeln und Sekt verkauft, ist etwas enttäuscht von der Besucherzahl. Ob es noch mehr Menschen werden, hänge wohl vom Wetter ab, meint er. Und die schlechten Vorhersagen für den Nachmittag erweisen sich als zutreffend.
Auch Familie Löhfelm aus Mettlach ist eher skeptisch. Die Eltern sind vormittags mit einer Gruppe und ihren Töchtern von Mettlach unterwegs nach Konz. "Es gefällt uns gut hier", sagen sie. Ob sie allerdings den gleichen Weg wieder zurückradeln oder lieber den Zug nehmen, lassen sie noch offen. Während der Weg in Richtung Saarburg, Serrig und Taben-Rodt durch den Gegenwind eher beschwerlich ist, rollen die Räder zurück nach Konz umso leichter. Noch ein kurzer Stopp in Wiltingen. Hier empfängt die Radler der Geruch von Erbsensuppe, Blasmusik spielt. Auf den Bänken gibt es viele freie Plätze. Bärbel Kiefer aus Pellingen macht Rast mit ihrem Sohn. Ihr gefällt es gut, der Junior klagt über die kühlen Temperaturen.
In Konz wartet auf die Radler ein Höhepunkt. Einige Trial-Fahrer zeigen, was man mit Fahrrädern machen kann, außer zu fahren. Geradezu halsbrecherisch sehen die Kunststücke aus, die sie auf gestapelten Europaletten vorführen. Auf einem Rad erklimmen sie die Stufen und springen ebenso wieder herunter. Das Publikum schaut gebannt zu. Wenig später setzt der Dauerregen ein - auf den Strecken wird es sehr ruhig. noj
Extra

Für die Polizei übernahm Wolfgang Schnur die Einsatzleitung. Bis zu 6000 Teilnehmer seien auf der Strecke gewesen, schätzt er. Mit Einsetzen des Regens sei es noch ruhiger geworden, als es schon am Vormittag war. Auch zwei internationale Fahrradstreifen jeweils mit Polizeibeamten aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Luxemburg waren bei Saarpedal unterwegs. Die Freiwilligen Feuerwehren sowie das Deutsche Rote Kreuz aus Saarburg und Konz waren mit zahlreichen Helfern im Einsatz. In beiden Streckenabschnitten war es ruhig. noj

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