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800 Jahre Dasburg: Zum Fest das perfekte Buch von Josef Bormann

Buchveröffentlichung : Eine Einladung zum Streunen

Ein Dasburger und seine literarischen Spaziergänge durch seinen Heimatort: Am Pfingstwochenende präsentiert Josef Bormann sein Buch – auf der Burg, pünktlich zur 800-Jahr-Feier. Wir haben schon reingelesen.

Kein besserer Ort als dieser für genau diese Buchvorstellung – und kein besserer Termin: Die Dasburger feiern am Pfingstwochenende (Samstag und Sonntag, 4. und 5. Juni, der TV berichtete) Jubiläum. 800 Jahre sind es seit der ersten urkundlichen Aufzeichnung über ihr Dorf.

An diesem Wochenende ist auch Josef Bormann dabei: Denn der promovierte Theologe präsentiert am Festsonntag seine „literarischen Spaziergänge“ durch Dasburg und die Ourtal-Landschaft.

Die Post mit dem Buch – Titel: „Dasburg – Heimat Eifel“ – kam allerdings aus Trier: Denn dort wohnt der Verfasser mit seiner Frau, dort (und in München) hat er studiert, gelehrt und gearbeitet, unter anderen auch fürs Bistum und in der Hochschulseelsorge (siehe „zur Person“).

Jetzt aber hat er ein Buch geschrieben, und er hat es mit eigenen Arbeiten illustriert. Auf 140 Seiten und in vier „Spaziergängen“ führt er seine Leser darin nicht nur durch Dorf und Landschaft, sondern auch durch Erinnerungen, Eindrücke, Gedanken und durch die Geschichte seines Heimatorts, wo er immer noch die Sommer in seinem Elternhaus „auf dem Knupp“ verbringt. „Ich bin Dasburg nach wie vor sehr verbunden“, sagt er. „Da fühle ich mich eigentlich am wohlsten.“

 Dasburg, wie es Josef Bormann sieht: das Elternhaus des Autors,  Illustration aus dem Buch.
Dasburg, wie es Josef Bormann sieht: das Elternhaus des Autors, Illustration aus dem Buch. Foto: Josef Bormann

Und wohl fühlt man sich auch, wenn man ins Buch hineinliest. Nicht nur wegen der gelungenen Bilder, die ergänzt werden durch Karten, auf denen die Routen dargestellt sind. Sondern auch wegen des Tonfalls, den Bormann anschlägt auf seinen Touren durch die Dorflandschaft, „die weit über das äußerlich Sichtbare hinausreicht“, wie er schreibt. „Historische Fakten und Legenden, vielfach Wiederholtes und Erzähltes, ob es stimmt oder nicht, mischen sich zu einem Bild, einem flüchtigen, intensiven Augenblick der Gegenwart.“

Das ist schön gesagt, zumal er damit recht hat, denn es bringt auf den Punkt, was uns allen so bei unseren Streifzügen durch die Landschaft gelegentlich in den Sinn kommt. Der nämlich gerät beim Wandern auch gerne mal ins Streunen und Schweifen, ein sehr erfreulicher Zusatzeffekt. Und es zeigt, dass dieses kleine Buch mehr ist als ein Routenplaner, obwohl man es natürlich auch dazu verwenden kann.

 Josef Bormann in seinem Dasburger Atelier.
Josef Bormann in seinem Dasburger Atelier. Foto: Marga Bormann

Auf der ersten Tour kommt er am Wingertsberg vorbei – und stellt sich die Frage, ob dort zur Römerzeit vielleicht tatsächlich Wein angebaut worden sein könnte. „Es gibt keine Zeugen mehr, auch keine Berichte und auch keine archäologischen Befunde, die dies bestätigen. Nur der Flurname legt es nahe.“ Denkbar aber sei das durchaus, denn die römischen Legionäre waren einst ganz in der Nähe, „davon zeugt gegenüber auf einem Felsplateau jenseits der Our eine weitere römische Namensanleihe.“

Nämlich die „Kascheltslay“, das „Kastell auf der Laye“. Die Spekulation mündet in einem fröhlichen Fazit: „So finden sich wohl auch bei den Dasburgern die über viele Generationen abgenutzten römischen Feiergene immer noch in ihren Stammzellen, glimmen weiter und kommen ab und zu bei Fest- und Saufgelagen mit aller Macht zum Vorschein.“

Wir ergänzen, der guten Eifeler Ordnung halber: Das mit den Feiergenen greift nicht nur in Dasburg, Herr Dr. Bormann, zumal es in manchem Dorf auch noch ein paar Keltenstammzellen sein dürften, die beim Feiern ihre unterstützende Wirkung entfalten. Mit aller Macht.

Fazit: liebe- und humorvoll geschrieben, fein illustriert, Chapeau. Und für 14,90 Euro bereits im Handel (ISBN: 978-3-7557-2600-5).

Josef Bormann stellt das Buch an Pfingstsonntag, 5. Juni, 11 Uhr, auf dem Burggelände vor, dort kann man es auch erwerben. 

Die Feiern zum Jubiläum beginnen am Samstag, 4. Juni, um 17.30 Uhr, auf dem Burggelände mit Empfang, Festakt und Konzert des Musikvereins. Am Sonntag geht‘s weiter mit einem bunten Programm für große und kleine Besucher.