90:10 ist ein Karnevalshit

90:10 ist ein Karnevalshit

Ich habe mächtig Streit mit meiner Walburga. Die hat ja jetzt ihre eigene Kolumne im TV und macht mir Konkurrenz. Gute Nachrichten will sie verbreiten. "Kannste gerne haben", habe ich ihr gesagt. Ich sei nach meinem Treffen mit Klaus bei mir in der Garage der Erreichung des Ehrensiegels der Stadt Bitburg durch Trinken von 20 000 Stubbi ein entscheidendes Stück näher gekommen.

"Anderthalb Kisten Bier sind leer", ließ ich die Holde wissen. Die fragte mich daraufhin, was daran gut sei. Schließlich sei mir nach meiner Tagung mit Klaus doch wohl eher schlecht gewesen. Die Arme. Sie wird wohl nie lernen, dass Opfer gebracht werden müssen, wenn es um das Erreichen höherer Ziele geht. Diese höheren Ziele haben wohl auch viele junge Eifeler, die sich bei den Umzügen mächtig die Kanne geben werden. Aber nicht das Bitburger Ehrensiegel wolle die scheinbar bekommen, sondern wohl eher das von Havanna auf Kuba oder das von Sankt Apfelkorn. Oder wo sonst kommen Bacardi und Co. her, die literweise in super unauffällige Limo-Flaschen geschüttet werden, um sich so richtig schön in Laune zu bringen? Wie, das hat damit zu tun, dass einige Gruppen den 90:10-Mix bevorzugen? 90 Prozent des Geldes für Karneval werden in Spirituosen umgesetzt, zehn Prozent für Wagen- und Kostümgestaltung? Ich bin wohl zu alt für Karneval. Deshalb rufe ich gleich den Klaus an. Wir werden uns dann bis Aschermittwoch in der Garage verschanzen - ohne Mischgetränke. Aber dafür vielleicht mit dem ein oder anderen Stubbi.

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