Kommunales: A 60: Bürgermeister appelliert an Berlin

Kommunales : A 60: Bürgermeister appelliert an Berlin

Winterspelt (ma) „Berlin ist weit weg“. Von Winterspelt sind es weit über 600 Kilometer. Da hat Hubert Tautges natürlich recht. Aber dem Ortsbürgermeister von Winterspelt, in der Verbandsgemeinde Prüm, geht es nicht um die Entfernung als solche.

Seiner Ansicht nach behandelt die Bundespolitik die Eifel wie ein Stiefkind. Das macht der 70-Jährige an der A 60 fest. „ Das ist keine Autobahn, weil sie nicht fertig ist“, sagt Tautges. Das Teilstück zwischen Winterspelt und Prüm sei immer noch nicht ausgebaut. Dort passierten viele schwere Unfälle. Das solle Berlin endlich in Angriff nehmen. „In Bayern wird überproportional viel in die Straßen investiert, die CSU stellt ja mal wieder den Verkehrsminister“, sagt Tautges. Für die Eifel mache sich keiner stark, ist seine Bilanz nach nunmehr 35 Jahren als Ortsbürgermeister von Winterspelt mit seinen zehn Ortsteilen. Letztere sollen hier auch genannt werden. Es sind Weißenhof, Eigelscheid, Heckhalenfeld, Wallmerath, Hasselbach, Elcherath, Hemmeres, Steinebrück, Urb und Ihren. Die Entwicklung in den elf Orten mit den mehr als 800 Einwohnern sieht Tautges positiv, was Anbindung, Gemeindestraßen, Bürgerhäuser, Kanalisation, Kindergarten und Vereinsleben angeht. Für das neue Baugebiet „Auf der Buch“ mit 17 Baustellen gibt es schon einige Interessenten, Baulücken sind nicht vorhanden und Menschen ohne Arbeit nahezu auch nicht, äußert sich der Ortschef zufrieden.

Nicht zufrieden ist er mit der finanziellen Ausstattung. Auch das sei die große Politik gefordert. Es gebe noch viele Ideen, für die sei aber kein Geld da. Tautges will flexibel auf Herausforderungen reagieren. Er sei auch keineswegs amtsmüde, wolle aber auch Jüngeren den Weg nicht verbauen. Ob er im Mai wieder kandidiert? Er weiß es noch nicht. In dem von ihm selbst erstellten „Blauen Blättchen“, spricht er junge Leute an, sich kommunalpolitisch für Winterspelt zu engagieren. Einem Ort, dem der Schriftsteller Alfred Andersch mit seinem Roman „Winterspelt“ ein Denkmal setzte. Das soll noch mal erwähnt werden. Im Roman geht es um die Ardennenoffensive, aber auch um Kunst und Freiheit – lesenswert.

Mehr von Volksfreund