Abgang eines Hoffnungsträgers - Auftritt zweier neuer

Die Eifeler CDU kommt nicht zur Ruhe. Nach den Vorwürfen wegen der geplatzten Sparkassen-Fusion, die teilweise unter die Gürtellinie gingen, hat die Aufarbeitung der Pleite ihr erstes Opfer gefordert.

Gordon Schnieder war mehr als ein Fraktionsvorsitzender im Kreistag Vulkaneifel. Als junger Mann mit einschlägiger Verwaltungserfahrung und rhetorischen Fähigkeiten war er ein Hoffnungsträger der Partei. Zwar reichte es im ersten Anlauf noch nicht, um den parteilosen Heinz Onnertz vom Landrats-Thron zu stoßen. Aber nach guten Eindrücken im Wahlkampf schien ein erneuter Versuch Schnieders 2015 schon gebucht, dann mit höherem Bekanntheitsgrad und ohne einen populären Amtsinhaber als Gegner (da Onnertz mit dann 65 Jahren wohl nicht mehr antreten wird).

Bis dahin kann und wird gleichwohl noch viel passieren. Zum Beispiel die Kommunalwahl 2009, für deren Vorbereitung die CDU dringend Ruhe in ihren Laden bringen muss. In einer solchen Situation wäre Bezirkschef Michael Billen besonders gefragt, doch der Kaschenbacher Landtagsabgeordnete hat momentan genug damit zu tun, die eigenen (Fusions-)Wunden zu lecken. Sein Zwist mit dem Bitburg-Prümer Landrat und Parteifreund Roger Graef trägt nicht gerade zur Besserung der Lage bei.

Paul Glauben, CDU-Kandidat für die Graef-Nachfolge, muss aufpassen, dass er nicht zwischen die innerparteilichen Mühlsteine gerät. Als "Neuzugang" aus Mayen ist Glauben unbelastet und muss das auch bleiben, wenn er sich gegen den populären und parteilosen Joachim Streit durchsetzen will. Klinken putzen, Hände schütteln, Reden halten: Glauben steht eine Ochsentour durch alle Winkel des Eifelkreises bevor. Die nötige Kondition bewies der 52-Jährige beim Benefizlauf zur Prümer Kirmes. Seite an Seite mit Bundestags-Kandidat Patrick Schnieder drehte Glauben Runde um Runde. Auch beim Nominierungs-Parteitag der CDU in Prüm marschierte das Duo mühelos im Gleichschritt durch den jeweiligen Wahlgang. Auf dem Weg zum Ziel warten noch etliche Stolpersteine.