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Abgezockt über das Internet: Hat eine Eifelerin mehr als Hundert Kunden betrogen?

Polizei fasst Täterin, Staatsanwaltschaft ermittelt : Hat eine Eifelerin mehr als Hundert Kunden betrogen?

Die Staatsanwaltschaft Trier ermittelt gegen eine Frau dem Prümer Land wegen Betrugs in 136 Fällen. Die Anklage geht davon aus, dass die Eifelerin Geld für Waren kassiert hat, die sie nie abgeschickt hat.

(cha) Wer auf Internetportalen wie  „Ebay Kleinanzeigen“ oder dem „Amazon Marketplace“ nach Waren in Prüm sucht, erhält Tausende Treffer. Angeboten werden alle möglichen Artikel.  Gehandelt wird etwa mit Elektrogeräten, Büchern, CDs, Klamotten, aber auch mit Haustieren, Immobilien oder Autos.

Die Besonderheit: Privatleute kaufen hier von Privatleuten. Die Ware stammt meist nicht von Leuten, die gewerbsmäßig Dinge verkaufen. Nun gibt es aber immer mehr Menschen, die diese und andere Portale für illegale Geschäfte nutzen. Ermittelt wird in diesem Zusammenhang auch gegen eine junge Frau aus dem Prümer Land, wie auf TV-Anfrage zu erfahren ist.

Aus Polizeikreisen ist zu hören: 136 Anzeigen liefen gegen die mutmaßliche Betrügerin. Eine Zahl, die von der Staatsanwaltschaft Trier nicht bestätigt wird. Wohl aber, dass der Verdacht bestehe, die Dame habe auf Amazon und Ebay Videospiele, Konsolen und Handys angeboten, das Geld kassiert und diese nie verschickt.

 Und sich auf diese Weise 2019 etwa über den Zeitraum eines halben Jahres rund 3700 Euro ergaunert. Mal habe sie nur zehn Euro bei einem solchen Verkauf erbeutet, mal 70 bis 80 Euro, ist von der Polizei zu erfahren.

Anklage erhoben habe die Staatsanwaltschaft noch nicht, teilt ein Sprecher mit. Die Ermittlungen laufen, und so lange gelte die Unschuldsvermutung. Über die Verantwortung der Verdächtigen hat vielleicht irgendwann ein Gericht zu entscheiden.

Ursprünglich hatten die Strafverfolger das Verfahren sogar aus Mangel an Beweisen eingestellt. Dann aber aufgrund weiterer Beschwerden und Anzeigen wieder aufgenommen.

Die vermeintlich Betrogenen wurden etwa bei der Prümer Polizei vorstellig. Die dann auch nicht lange brauchte, um die mutmaßliche Betrügerin über die auf der Internetseite angegebenen Kontodaten zu ermitteln. Denn wirklich professionell habe die Frau ihre Spuren nicht verwischt, heißt es von den Beamten. Es gebe gerade im Cybercrime-Bereich Täter, die gerissener vorgehen. Wenn die Täter etwa mit falschen Namen und Adressen aus dem Ausland agierten, sei die Aufklärung wesentlich schwieriger.

Durch das Netz und die damit verbundenen Möglichkeiten, etwa die Privatverkäufe auf Portalen wie Ebay-Kleinanzeigen, boome derzeit das Geschäft der Computerbetrüger. Kriminelle vertrieben etwa Fake-Ware über Fake-Shops, die nie ihr Ziel erreichten.

Die Zahlen aus den Inspektionen Bitburg und Prüm bestätigen diesen Trend. Demnach gab es 2019 422 solcher Fälle im Eifelkreis. Im Vorjahr waren es noch 353 gewesen.

Die Ermittlungen laufen im Fall der mutmaßlichen Betrügerin aus dem Prümer Land noch. Betroffene  können sich mit der Polizei Prüm unter Telefon 06551/9420 in Verbindung setzen.