Abholzen für die Infrastruktur

Abholzen für die Infrastruktur

Die alte Bahntrasse zwischen Philippsheim und dem Knotenpunkt B 50/L 46 nahe der US-Air-Base Spangdahlem soll zum asphaltierten Radweg werden. Das Bauvorhaben ist in der Bevölkerung jedoch nicht unumstritten.

Dudeldorf. Die Eifel verlangt von Radfahrern aufgrund vieler Steigungen Kraft und Ausdauer. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb erfreut das Mittelgebirge sich wachsender Beliebtheit. Nun soll auch die alte Bähnchentrasse zwischen Philippsheim und dem Knotenpunkt B 50/L 46 im Bereich der US-Air-Base Spangdahlem unter Federführung des Landesbetriebs Mobilität Gerolstein zum Fahrradweg umgebaut werden. Dadurch könne "eine optimale Radwegeverbindung zwischen dem Bitburger und dem Wittlicher Land hergestellt werden", heißt es im Beschluss des Verbandsgemeinderats Bitburg-Land.Die rund sechs Kilometer lange Trasse verläuft durch die Verbandsgemeinden (VGs) Bitburg-Land und Speicher, wobei sich allein fünf Kilometer Wegstrecke auf der Gemarkung Dudeldorf befinden. Der Bau des Asphaltwegs soll jedoch nicht von den betroffenen Gemeinden, sondern vom Bund finanziert werden. Denn der hat es sich zum Ziel gesetzt, Radwege entlang von Bundesstraßen anzusiedeln.Wolfgang Klaas von der VG Bitburg-Land stuft das Projekt als "gute Maßnahme für die touristische Infrastruktur" ein. Damit die Bauarbeiten möglichst noch dieses Jahr durchgeführt werden können, hat die VG schon mit den Vorbereitungen begonnen. Hierzu hat sie an manche Eigentümer angrenzender Waldgrundstücke ein Schreiben verschickt, in dem sie darum bittet, bestimmte Bäume entlang der Bahntrasse zu fällen.Während einige Waldbesitzer diesem Wunsch bereits nachgekommen sind und die Bäume entfernt haben, zweifeln andere an der Vorgehensweise. "Der ein oder andere hat Befürchtungen geäußert", erklärt Reinhard Becker, Ortsbürgermeister in Dudeldorf. Befürchtungen dahingehend, ob genau dieses Vorgehen denn überhaupt rechtens sei. Die Untere Naturschutzbehörde des Eifelkreises Bitburg-Prüm teilte dem TV mit: "Das Fällen einzelner Bäume auf Privatbesitz ist nach Naturschutzrecht nicht genehmigungspflichtig." Die abschließende Genehmigung für den Ausbau des Radwegs stehe hingegen noch aus. Bei behördlichen Abstimmungen im vergangenen Jahr habe die Naturschutzbehörde jedoch keine grundsätzlichen Einwände gegen das Vorhaben erhoben.VG-Mitarbeiter Klaas wundert sich unterdessen über derartige Widerstände und versichert: "Keiner von uns begibt sich auf Glatteis." Man werde mit den eigentlichen Baumaßnahmen erst beginnen, wenn eine hieb- und stichfeste Genehmigung vorliege.

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