Abschied von der Ära Bujara

Handel : Abschied von der Ära Bujara

Gesagt hat er bei der Jahreshauptversammlung des Gewerbevereins dazu nichts. Aber am Rande der Veranstaltung wird klar: Der langjährige Vorsitzende tritt 2019 nicht mehr an.

Es war ein Vorgeschmack auf das, was im Bitburger Gewerbeverein kommendes Jahr ansteht. Abschied und Neubeginn. Am Mittwochabend trat Brigitte Seiwert nach 20 Jahren aus dem Vorstand aus. In einer rührenden Ansprache dankten ihre elf Vorstandskollegen ihr für ihr Engagement – allem voran für das Einkaufserlebnis Halloween-Shopping, das Brigitte Seiwert von kleinen Anfängen zu einem Event gemacht hat, das tausende Besucher Jahr für Jahr in die Stadt zieht.

„Ich habe natürlich versucht, sie umzustimmen“, sagt Vorsitzender Edgar Bujara. Aber eine Frau, ein Wort. Es war nichts zu machen. „Ihr fehlt mir jetzt schon“, sagt Brigitte Seiwert sichtlich gerührt. Da haben ihre Kollegen ihr gerade einen Gutschein für eine Ballonfahrt und einen riesigen Blumenstrauß überreicht.

Zwölf Mitglieder zählt der Vorstand: . Eine junge Truppe. Durchschnittsalter Anfang 40. Wenn man mal den Vorsitzenden rausrechnet. Und genau das macht er auch selbst. „Ich werde bei den Vorstandswahlen im kommenden Jahr nicht mehr für den Posten kandidieren“, bestätigt Edgar Bujara am Rande der Veranstaltung auf TV-Anfrage und erklärt: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir eine so tolle und dynamische Mannschaft zusammen haben, dass es für mich jetzt Zeit ist, Platz für neue Leute und neue Ideen zu machen.“

In der Jahreshauptversammlung hat der langjährige Vorsitzende davon kein Wort gesagt. Routiniert lieft das Standardprogramm ab: der Rückblick auf die Veranstaltungen des Vereins im vergangenen Jahr, Ausblick auf die kommenden Aktionen (siehe Info) samt Kassenbericht, Entlastung des Vorstands, dem Beschluss für eine Erhöhung des Mitgliederbeitrags um 30 Euro im Jahr und ein aktueller Vortrag – diesmal Ralf Mayeres von der Stadtverwaltung zu den Bauarbeiten am Petersplatz.

Dass Bujara bei den Vorstandswahlen 2019 nicht mehr kandidieren wird, sickerte erst hinterher durch. „Viele machen in einem solchen Amt den Fehler, so lange weiterzumachen, bis es nicht mehr geht“, sagt Bujara, „und dann stehen sie da und haben niemanden, der die Aufgabe übernimmt und kein Team, das den Verein weiterführt.“ Diesen Fehler wolle er nicht machen. „Ich bin jetzt 61 Jahre. Klar, könnte ich noch drei Jahre weitermachen. Womöglich würde ich auch noch mal gewählt werden“, sagt Bujara. Aber für ihn sei genau jetzt der richtige Zeitpunkt, die Verantwortung abzugeben: „In diesem jungen Vorstandsteam ist so viel Kraft, so viel Begeisterung, da steht eine tolle Truppe in den Startlöchern. Es wäre falsch, die jetzt nicht richtig ran zu lassen.“

Er will nach 15 Jahren als Vorsitzender Platz machen. Für wen? „Ja, also ich habe da schon jemanden im Auge“, orakelt Bujara. Das sei genau „der richtige Mann, der perfekt ins Team passt“. Mehr ist aus ihm nicht heraus zu bekommen. Und wann genau wird gewählt? „Ich versuche es so lange rauszuzögern, wie möglich“, scherzt Bujara. Beda-Markt 2019 ist er womöglich noch im Amt. Und dann?

Der zweite Vorsitzende Peter Hein käme für den Posten ebenso gut in Frage, wie Vorstandskollege Lars Messerich. Aber Bujara wäre nicht Bujara, wenn es nicht spannend bliebe bis zum Schluss. Vorstellbar und auch naheliegend wäre ebenfalls, dass er einen Händlerkollegen im Visier hat. Dieses Jahr hat Bujara bei der Organisation der Autoausstellung zum Beda-Markt Händlerkollegen Ralph Flegel mit ins Boot genommen. Vielleicht auch ein Name, der für den Gewerbevereinsvorsitz interessant sein könnte.