Nach anderthalb Jahren Bauzeit hat die RUW in Fließem ihre neue Auktionshalle fertiggestellt. Mit einer Eröffnungsauktion wurde das 2,7 Millionen Euro teure Bauwerk feierlich in Betrieb genommen.

Landwirtschaft : Jetzt läuft’s richtig rund im neuen Ring

2,7 Millionen Euro hat die Rinder-Union West in die neue Halle in Fließem investiert. Mit einer Auktion wurde die Halle heute eröffnet.

„Die Katalognummer zehn, ein Bulle, wiederum aus der Zuchtstätte Merz, mit der Formnote fünf und der Fundamentnote vier“, sagt Uwe Müller, Mitarbeiter der Rinder-Union West (RUW). An ihm vorbei wird der einjährige Bulle mit der Nummer zehn auf der Hüfte durch den Ring geführt. So nach und nach füllt sich die Auktionshalle mit Landwirten und Viehzüchtern. Nur Gerd Grebener ist nirgends zu sehen. Einige Minuten später taucht der Leiter des RUW-Regionalzentrums Fließem dann schließlich auf. Hinter ihm eine kleine Gruppe – keine Landwirte, sondern Kommunalpolitiker aus dem Kreisgebiet, denen Grebener alles erklärt.

Im Foyer der Auktionshalle warten bereits Sekt und Schnittchen auf die Gäste. Wie viele Sitzplätze die Auktionshalle denn habe, fragt einer aus der Gruppe. „Das weiß ich gar nicht so genau“, meint Grebener und ergänzt dann grinsend: „Aber die Landwirte brauchen immer ausreichend Platz.“ Dann verschwindet die Delegation wieder durch eine Seitentür.

Grebener führt die Gäste durch die Ställe und Räume, in denen die Auktionstiere gefüttert, gewaschen und gegebenenfalls auch gemolken werden. Der Chef des Regionalzentrums verweist bei dem Rundgang auf die vielen Auflagen, die beim Bau der 2,7 Millionen Euro teuren Auktionshalle beachtet werden mussten, und auf die bedarfsgerechte Technik und Einteilung der Räume und des großen Außenbereichs, auf dem Dutzende von Fahrzeugen mit Viehanhängern stehen.

„Wir haben uns alles so gemacht, wie wir es brauchen, hier ist nichts von der Stange“, sagt Grebener und betont, dass das Projekt ohne jeglichen Zuschuss komplett aus Mitteln der RUW-Genossenschaft finanziert worden sei.

Gut 20 Minuten später taucht die Delegation wieder in der Auktionshalle auf, marschiert durch den leeren Ring über die Tribüne, vorbei am Pult des Auktionators, der hier in wenigen Minuten seinen großen Auftritt haben wird.

Inzwischen ist die Halle gut gefüllt. Nachdem die Jungbullen alle vorgestellt wurden, startet gleich die große Eröffnungsauktion, mit der die neue Halle offiziell in Betrieb genommen wird.

Auktionator ist RUW-Mitarbeiter Mathias Mertes, der schon mal zwei kleine Flaschen Cola neben sein Pult stellt und dann wieder im Auktionsbüro verschwindet, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Vor dem Büro feilt Helmut Jäger an seiner Rede, streicht etwas durch, um es durch andere Wörter zu ersetzen. Jäger ist Vorsitzender des RUW-Vorstands und somit derjenige, der die Grußrede halten wird. Zuvor aber werden zunächst noch die Jungbullen versteigert.

Auktionator Mertes fängt mit der Nummer drei aus dem Versteigerungskatalog an. Der Startpreis für den 14 Monate alten Bullen liegt bei 1000 Euro. „1000 Euro, 1000, 1000, 1000, 1050, 1050, 1100, 1100, 1100, 1150, 1200, 1200...“, rattert Mertes die Gebote raus, schaut dabei zielsicher von links nach rechts durch die Menge und haut dann bei 1500 Euro mit seinem Holzhammer auf das Pult.

Als nächstes ist Katalognummer drei an der Reihe „Eine klasse Kuh-Familie, das sieht man dem Bullen an, da passt alles“, dröhnt die Stimme des Auktionators durch die helle, lichtdurchflutete Halle, die mit dem dunklen, trostlosen, in die Jahre gekommenen Vorgänger in Bitburg so gar nichts gemein hat. Einzige Ausnahme ist das hölzerne Pult des Auktionators. Das nämlich stammt aus der alten Auktionshalle. „Das habe ich gestern Abend noch selbst dort oben befestigt“, sagt Grebener, während der Bulle aus der Kuh-Familie mit Klasse für 2600 Euro den Besitzer wechselt. Katalognummer sieben schafft es sogar auf 2700 Euro. Das ist dann schon einen Applaus wert.

Den gibt es auch, als der aus Münster angereiste Vorstandsvorsitzende Jäger die Gäste begrüßt. „Wir hoffen, dass wir gemeinsam mit der Stadt zügig eine Lösung für den Standort Bitburg finden“, sagt Jäger.

So sieht es aus in der neuen Auktionshalle der Rinder-Union West in Fließem. Foto: TV/Uwe Hentschel
So sieht es aus in der neuen Auktionshalle der Rinder-Union West in Fließem. Foto: TV/Uwe Hentschel
So sieht es aus in der neuen Auktionshalle der Rinder-Union West in Fließem. Foto: TV/Uwe Hentschel

Die neue Halle in Fließem ist als Nachfolger der Bitburger Einrichtung einer von drei Auktionsstandorten der RUW. Die beiden anderen Auktionshallen sind in Krefeld und Hamm. „Wenn ich dort bei einer Auktion bin, brauche ich zum Lesen eine Brille“, sagt der Vorsitzende. „In Bitburg habe ich zusätzlich zur Brille auch noch eine Taschenlampe benötigt“, fügt er hinzu. „Und hier brauche ich jetzt weder das eine noch das andere.“