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Ach, meine Eifel: Neue Bücher von Manfred Lang und Hubert vom Venn

Ach, meine Eifel: Neue Bücher von Manfred Lang und Hubert vom Venn

Was, schon wieder zwei neue Eifelbücher? Aber ja - und so, wie die beiden Verfasser Hubert vom Venn und Manfred Lang herangegangen sind, lässt man sich das - und die Eifel - doch gern gefallen.

Hillesheim/Roetgen. Hubert vom Venn aus dem Nordeifeler Roetgen war und ist ziemlich viel: Theaterchef, Journalist, Kabarettist und Schriftsteller - und jetzt hat er sich auch noch ein Restaurant aufgehalst. Vielleicht ist das neue Buch des Mannes mit dem Faible für schwarze Kleidung deshalb so verdaulich geworden: "Eifel - ein Heimatbuch" heißt es (Conbook Verlag Meerbusch, 256 Seiten, gebunden, 11,95 Euro) und nimmt uns mit auf einen von spürbarer Liebe zu Land und Leuten geprägten Bummel über die Dörfer. Der Autor grast dabei die Eifel ab - von Nord bis Süd, von Ost bis West, von Vergangenheit bis Gegenwart. Und er findet für vieles, was wir doch schon immer wussten, einen neuen Blick. Ein Beispiel: "Das Leben in der Eifel ist mediterran - will sagen: Es findet auf der Straße statt. ... Den Eifeler treibt es - ähnlich den Tuareg - einfach aus dem Haus und auf den Boulevard." Das allerdings vor allem deshalb, weil der Eifeler aufs Pendeln angewiesen ist.
Fazit: Viel Eifel, schön erzählt, angereichert mit brauchbarer Information und mancherlei Stück aus dem echten Eifeler Leben, ein feiner, kleiner Reiseführer auch für Einheimische. Denn der Autor bietet noch manche Entdeckung, die bisher nicht zwischen Buchdeckeln zu finden war.
Kitsch- und klischeefrei


Ziemlich viel Eifel hat auch Manfred Lang schon zu Papier gebracht - zwölf Bücher sind es mittlerweile. Bei der KBV-Edition Eyfalia in Hillesheim ist ein neuer Sammelband erschienen: "Träumeland ist abgebrannt - Neue Eifel an alter Stelle" (330 Seiten, gebunden und bebildert, 14,90 Euro). Lang schafft darin etwas sehr Schönes: Man liest sich immer wieder fest. "Träumeland" ist alles andere als ein verträumtes Buch, sondern eines, das mit viel Herz beschreibt, was die Eifel und die Eifeler ausmacht. Ein Buch, das nicht in Nostalgie versinkt, sondern kitsch- und klischeefrei erzählt: vom Land und seinen Menschen, von ihrem Wesen und ihrer Sprache. Manfred Lang verbindet damals und heute in sehr lesenswerter Weise miteinander - und schenkt uns ein Heimatbild zurück, für das wir uns nicht schämen müssen.
Oder, wie er selbst zu Recht sagt: "Mit Schönfärberei und Verlogenheit hat man einer ganzen Generation das schöne Wort ,Heimat\' aus dem Wortschatz verbannt ... Was mit Heimat ursprünglich gemeint war, ist weder Ideologie noch Heimattümelei und lohnt wieder der zaghaften Nachfrage." Und es lohnt sich ebenfalls, Lang auf der Suche nach Antworten zu begleiten. fpl