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Adoptieren statt studieren

Adoptieren statt studieren

SPANGDAHLEM. Darryl Roberson, Kommodore der US-Air-Base Spangdahlem, tritt in die Fußstapfen seines Vorgängers: Während Colonel Dave Goldfein die Programme "Explore the Eifel" und "Adopt an Airman" ins Leben gerufen hatte, nennt sich Robersons Projekt "Adopt a Village" ("Adoptiere" ein Dorf). Erklärtes Ziel: Amerikaner und Deutsche näher zusammenbringen.

Türkei, Italien, Deutschland. Für die jungen Soldaten, die auf die verschiedenen US-Militärstützpunkte rund um den Globus versetzt werden, sieht eine Air-Base fast wie die andere aus. Das Frisörgeschäft, der US-Supermarkt, die amerikanischen Restaurants und Sportanlagen. Deutlichster Unterschied: das Wetter. Vom Leben jenseits der Zäune muss keiner etwas mitbekommen, wenn er das nicht will. Um diesen Missstand zu ändern, hatte der frühere Kommodore der Air-Base Spangdahlem, Dave Goldfein, die Projekte "Explore the Eifel" (Entdecke die Eifel) und "Adopt an Airman" (Adoptiere einen Luftwaffensoldaten) ins Leben gerufen. Mit großem Erfolg. Seit mittlerweile drei Jahren schwärmen tausende Soldaten im Sommer aus, um ihre Übergangs-Heimat besser kennen zu lernen. Auch das "Adoptions"-Projekt läuft gut. Bereits 70 junge Amerikaner haben das Familienleben in der Eifel ausprobiert. Beziehungen sind entstanden, die vielleicht auch dann noch halten, wenn die Eifel-Zeit für die Amerikaner längst Vergangenheit ist. Nun folgt die Fortsetzung. "Mit dem neuen Programm ,Adopt a Village' sollen nicht nur einzelne Menschen davon profitieren, sondern gleich ein ganzes Dorf", erklärt der neue Kommodore der Air-Base Spangdahlem, Darryl Roberson. "Der Grundgedanke beider Adoptions-Programme ist es, dass die Militärangehörigen mit der deutschen Bevölkerung in Kontakt kommen und sie gegenseitig ihre Kultur und Traditionen austauschen", sagt Roberson. Idee kommt gut bei Bürgermeistern an

Es gibt allerdings auch Unterschiede zwischen beiden Programmen: "Bei ,Adopt an Airman' sollen einzelne Soldaten in Familien integriert werden. Bei ,Adopt a Village" wollen wir kleinen Gemeinschaften die Hilfe einer großen Zahl von Soldaten anbieten", erklärt Roberson das Konzept. Stehen in einem Dorf im Umkreis der Air-Base beispielsweise größere Aufräumarbeiten an oder muss eine Schule renoviert werden - die in der Eifel stationierten Amerikaner möchten mit Rat und Tat den deutschen Nachbarn zur Seite stehen. "Das Ganze läuft auf freiwilliger Basis. Dazu sollte man keinen zwingen. Ich bin aber sicher, dass viele Amerikaner mitmachen werden. Wir haben viele talentierte und gute ausgebildete Leute, die den deutschen Nachbarn gern helfen möchten", erklärt der Chef der Eifel-Air-Base. Gemeinsam hämmern, aufräumen oder reparieren - all das soll ein großes Ziel verfolgen: Freundschaften zu knüpfen. Welches das erste Dorf sein wird, das die amerikanischen Soldaten "adoptieren", steht noch nicht fest. "Das Programm ist zurzeit noch im Planungsstadium", berichtet der Kommodore. Als er bei einem der jüngsten Flugplatz-Foren von seinen Plänen berichtete, seien die anwesenden Bürgermeister begeistert gewesen. "Ich werde auch ganz sicher an verschiedenen Adoptions-Projekten teilnehmen und freue mich bereits darauf, Zeit mit unseren deutschen Freunden zu verbringen", verspricht Roberson.