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Adventliche Burgstraße: „Absagen passt nicht zu uns“

Oberkailer wollen Weihnachtsmarkt ins Internet verlegen : Adventliche Burgstraße: „Absagen passt nicht zu uns“

Auch die Burgstraße wird in diesem Jahr coronabedingt nicht adventlich werden. Den beliebten Weihnachtsmarkt ersatzlos zu streichen, kommt für die Oberkailer allerdings auch nicht infrage. Sie planen stattdessen, ins Netz umzuziehen.

Die Frage eines Kindes hat in Oberkail alles ins Rollen gebracht. Gestellt hat sie der Sohn von Alexandra Kipp-Müller bei einem Spaziergang im Jahr 2010. Wie es der Zufall wollte, standen sie damals ausgerechnet in der Burgstraße. Als er von seiner Mutter wissen wollte, warum Dudeldorf eigentlich einen Weihnachtsmarkt veranstaltet — und Oberkail nicht.

Kipp-Müller wusste damals keine rechte Antwort. Doch die Frage ging der Eifelerin nicht mehr aus dem Kopf. Und schnell steckte sie einige weitere Einwohner mit ihrer Idee an. Bis es 2012 dann zum ersten Mal „adventlich“ wurde in der Burgstraße. Seitdem lockt einer der vielleicht heimeligsten Weihnachtsmärkte der Region alle zwei Jahre etliche Besucher in den historischen Ortskern.

„Für ein kleines Dorf ist das jedes Mal eine Herausforderung, den Markt auf die Beine zu stellen“, sagt Kipp-Müller: „Doch wir stecken da alle sehr viel Herzblut rein.“ Umso härter trifft es die Mitorganisatorin vom Förderverein „Adventliche Burgstraße“, dass die Veranstaltung in diesem Jahr ins Wasser fallen muss.

Das gemütliche Zusammenstehen beim Glühwein, das gedrängte Bummeln in den engen Gassen — das alles gehört zur Atmosphäre des Marktes, wie die Vorsitzende Rita Braun sagt: „Mit Maskenpflicht und Abstandsgebot wäre das Ganze doch undenkbar. Und wie sollten wir denn die Regeln überprüfen und durchsetzen?“ Nein, ein Einkaufsevent wie zuletzt 2018 sei im Corona-Jahr nicht machbar, auch aus Rücksicht auf die Gesundheit der Besucher.

Es ist eine Entscheidung, die nach den Absagen der Weihnachtsmärkte in Dudeldorf und Kyllburg kaum jemanden überraschen wird. Ersatzlos streichen wollen die Oberkailer ihre „Adventliche Burgstraße“ aber trotzdem nicht, wie Alexandra Kipp-Müller verrät: „Einfach absagen — das passt nicht zu uns.“ Zumal die nächste Runde dann turnusmäßig erst 2022 stattfinden würde.

Stattdessen hat sich der Förderverein daher etwas neues einfallen lassen. Die Veranstalter wollen das Ereignis, zumindest ein Stückweit, ins Internet verlagern. Und somit eine, „100 Prozent corornakonforme Alternative schaffen“.

Ideen dazu würden gerade erarbeitet, sagt Kipp-Müller. So gäbe es Überlegungen eine Art Online-Adventskalender anzubieten, bei dem es auch etwas zu gewinnen geben kann. Zudem plane man den zum Teil bereits gebuchten Ausstellern eine Plattform zu bieten, um sich zu präsentieren.

Dazu wolle man auf einer Website Fotos und kurze Texte veröffentlichen und den Händlern auch Möglichkeiten bieten, dort ihre eigenen Angebote und Shops zu bewerben. „Die Aussteller haben ja auch eine ganz schlechte Saison hinter sich“, sagt Kipp-Müller: „Die ganzen Märkte sind ja ausgefallen.“

Derzeit arbeite der Verein an der entsprechenden Homepage, die voraussichtlich im Spätherbst an den Start gehen soll. Noch sei nicht alles bis ins Detail geplant, sagt Kipp-Müller. Es bleiben also noch jede Menge Fragen. Doch eine Frage hat in Oberkail, das beweist die Geschichte der Adventlichen Burgstraße, ja schon mal zu einer tollen Idee geführt.