Ärger über Pedanterie

Am 7. Dezember war ich in Gerolstein zur Stadtratssitzung als Zuschauer/-hörer. Unter TOP 2 machte der Stadtbürgermeister darauf aufmerksam, dass zu einem Punkt der Tagesordnung keine Fragen gestellt werden dürften, wenn doch, diese aber nicht beantwortet würden.

Trotzdem habe ich mich gemeldet, auch betont, dass ich keine Antwort erwarten würde. Meine Fragestellung wurde vom Stadtbürgermeister abgelehnt, und mir wurde empfohlen, ihm zu schreiben. Ich habe ihm gesagt, dass mir dieser Kreis zu klein sei, denn ich wollte den Rat ansprechen, ihm aber mein Statement über die Zeitung zukommen lassen.

Geärgert habe ich mich nicht, wohl aber gestaunt über diese Pedanterie. Hinter mir im Zuschauerraum hörte ich das Wort "Engstirnigkeit" - bezeichnend! Fazit und Empfehlung: Wenn Sie, liebe Leser, immer mal zur Stadtratssitzung in Gerolstein wollen, vergessen Sie es. Im Zuschauerraum sehen Sie nur einigen Räten auf den Rücken, verstehen kaum etwas, da sehr leise gesprochen wird, außer den zwei Grünen, und sagen dürfen Sie sowieso nicht, was Ihnen unter den Nägeln brennt. Bleiben Sie lieber zu Hause, machen Sie sich einen schönen Abend.

Was ich aber verstanden habe, als der Haushalt beraten wurde, dass jeder Gerolsteiner einschließlich der sieben Stadtteile 1200 Euro Schulden hat (pro Kopfverschuldung).

Ach ja, was ich denn eigentlich sagen wollte? Professor Schumacher, eine Koryphäe für Flora und Fauna in unserer Vulkaneifel, sagte anlässlich einer Jahreshauptversammlung des Gerolsteiner Eifelvereins: "Wenn Sie den Wöllersberg zum Abbau freigeben, dann ist das damit zu vergleichen, als wenn man die Porta Nigra zum Steinbruch freigeben würde!" In dieser Stadtratssitzung wurde der Wöllersberg beziehungsweise das, was noch da ist, zum Abbau freigegeben, leider.

Florian Schulten, Gerolstein.

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