Ärger um Mötscher Baugebiet geht weiter

Ärger um Mötscher Baugebiet geht weiter

Dass ein Bebauungsplan erstellt wird, ist bereits beschlossene Sache. Und auch der Ortsbeirat Mötsch steht nach wie vor hinter den Plänen, im Ortskern gelegene Gartengrundstücke in ein Neubaugebiet zu verwandeln - obwohl inzwischen feststeht, dass einige der betroffenen Grundstücksbesitzer dies partout nicht wollen.

Bitburg-Mötsch. "Das hier könnte Mötsch 21 werden", sagte der empörte Arnold Weber aus Bitburg-Mötsch Anfang des Jahres, nachdem er erfahren hatte, was direkt hinter seinem Haus in seinem Garten geplant ist: Der Ortsbeirat Mötsch hatte sich einstimmig für ein Neubaugebiet ausgesprochen, das im Ortskern auf den Grundstücken der Familie Weber und ihrer Nachbarn entstehen soll. Auch der Bauausschuss der Stadt Bitburg hat bereits darüber beraten und einstimmig entschieden, einen Bebauungsplan für das von der Mötscher Ringstraße umgebene Gelände aufzustellen, in dem derzeit noch die Gärten der Bewohner liegen (der TV berichtete).
Die Idee dahinter: "Wir wollen jungen Menschen in Mötsch eine Zukunft geben", sagt Ortsvorsteher Josef Klein. Immer wieder kämen Anfragen. Doch seien außer dreien alle Baugrundstücke im Ort bereits vergeben. Der Gedanke, die grüne Ortsmitte zu erschließen, war entstanden, nachdem einer der betroffenen Grundstücksbesitzer eine Bauvor anfrage gestellt hatte, um auf seinem Anwesen ein weiteres Haus errichten zu können. Nimmt man die anderen Gärten hinzu, sind dort ersten Planungen zufolge allerdings nicht nur Platz für eines, sondern für 20 Häuser. Eine Idee, die die beiden Gremien gut fanden. Denn erstens würde der Ort in seinem Zentrum wachsen und nicht irgendwo auf der grünen Wiese. Und zweitens bestand die Hoffnung, dass die neuen Bauplätze günstig werden. Denn die Annahme war, dass die Besitzer sie selbst erschließen.
Allerdings wollen drei von sieben betroffenen Eigentümern gar kein Neubaugebiet in ihrem Garten. Auch andere Mötscher, deren Grundstücke nicht direkt betroffen sind, wehren sich. Denn sie fürchten (zu recht), dass sie als Anlieger an den Kosten beteiligt würden, die beim Ausbau der benötigten Straßen anfallen. Die Neubaugegner haben daher inzwischen schriftlich Beschwerde bei der Stadt eingelegt.
Ob ihnen das nützt, ist ungewiss. Denn der Ortsbeirat steht nach Auskunft Kleins nach wie vor hinter den Plänen. Und der Stadtrat folgt laut Werner Krämer, Pressesprecher der Stadt, in der Regel den Empfehlungen der Ortsräte. Theoretisch hätte die Stadt sogar die rechtliche Möglichkeit, die Grundstücksbesitzer zu enteignen. Ob man so was allerdings auch mache, sei eine ganz andere Frage, sagt Krämer, der sich nicht daran erinnern kann, dass es in Bitburg jemals so weit gekommen wäre. "Aber wir müssen schon gucken, wie wir Mötsch weiterentwickeln", sagt Bürgermeister Joachim Kandels. Und: Innenentwicklung gehe vor Außenentwicklung. Dass es bei solchen Projekten Widerstände gebe, sei ganz normal. Wie immer, wenn Neubaugebiete entstehen sollen, haben die Bürger im Rahmen des Planungsverfahrens die Möglichkeit, ihre Bedenken zu äußern. Die Webers und einige Nachbarn haben dennoch das Gefühl, dass im Falle Mötsch über ihre Köpfe hinwegentschieden wurde und wird. Sie fürchten, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Und neue Häuser wollen sie in ihrem Garten ebenso wenig wie viele Stuttgarter einen neuen Bahnhof.Meinung

Eine andere Lösung bitte!
Es ist verständlich, dass einige Mötscher sauer sind. Schließlich sind es ihre Grundstücke, ihre Gärten und ihre ganz persönlichen Idyllen, die da gerade mit Straßen und Häusern überplant werden - ohne, dass man sie vorher groß darüber informiert oder um ihre Meinung gebeten hätte. Mag sein, dass das im Rahmen solcher Planungsverfahren völlig normal ist. Und es ist ganz sicher so, dass es sinnvoller ist, einen Ort von innen her weiterzuentwickeln. Dennoch muss in Mötsch umgeplant werden! Das Gebiet würde immer noch neue Baugrundstücke bieten, wenn man die Gärten derer, die nicht mitmachen wollen, einfach außen vor lässt. Die Leute zwangszuenteignen, ließe sich auch nicht mit dem Wohl der Allgemeinheit rechtfertigen. Denn Mötsch wird nicht untergehen, wenn es diese paar Bauplätze nicht bekommt. k.hammermann@volksfreund.de