Ahnungslose Eltern

Magersucht, Anorexie, Bulimie und Adipositas - das sind Begriffe, die heute kaum noch jemandem unbekannt sind. Ess-Störungen nehmen in erschreckendem Ausmaß zu, besonders bei Jugendlichen.

Bitburg. (red) Grund genug für die Steuergruppe des St.-Willibrord-Gymnasiums in Bitburg, im Rahmen der Qualitätsarbeit der Schule ein Angebot des St.-Franziska-Stifts, einer psychosomatischen Fachklinik in Bad Kreuznach, zu nutzen, um interessierte Eltern, Schüler und Lehrer zu informieren.Der Schulleiter des St.-Willibrord-Gymnasiums, Oberstudiendirektor Kurt Metrich, begrüßte als Referenten den kaufmännischen Direktor des St.-Franziska-Stifts, Paul Kaiser. Dieser referierte vor etwa 50 interessierten Zuhörern und Zuhörerinnen über verschiedene Formen von Ess-Störungen, insbesondere Magersucht.Bester Schutz: gesundes Selbstbewusstsein

Der Referent beschrieb anschaulich, wie Magersucht sich äußert, welche Schwierigkeiten insbesondere Eltern haben, das Problem zu erkennen, und verwies darauf, dass Freundinnen und Lehrer eine wichtige Rolle einnehmen, da sie leichter Zugang zu den Betroffenen finden.Darüber hinaus wurden Risikofaktoren ebenso wie Schutzfaktoren gegen Ess-Störungen genannt. Der beste Schutz gegen Magersucht besteht in einem gesunden Selbstbewusstsein, Konfliktfähigkeit und der Erhaltung der Genussfähigkeit. Besonders wichtig ist es, auf die Einhaltung gemeinsamer Mahlzeiten in der Familie zu achten.40 Prozent der Magersüchtigen sterben

Die Fachklinik bietet Schulen auch andere Formen der Zusammenarbeit an, zum Beispiel gestalten Psychologen den Unterricht in Klassen. Erfahrungswerte aus dieser Arbeit zeigen, dass in der Regel zehn Prozent der Schülerinnen von Anorexie und Bulimie betroffen sind, während Jungen eher selten Ess-Störungen entwickeln. 40 Prozent der Magersüchtigen sterben.Diese erschreckende Bilanz verdeutlicht, dass die Steuergruppe mit ihrem präventiven Ansatz sicher den richtigen Weg verfolgt. So wurden auch die Siebtklässler des Gymnasiums während der Kennenlerntage im Oktober vergangenen Jahres über gesundes Essen informiert und bereiteten unter Anleitung einer Mitarbeiterin der AOK ein gesundes Frühstück zu.Schüler/innen, die vermuten, dass ihre Freundin unter einer Ess-Störung leidet, oder befürchten, selbst betroffen zu sein, sollten Unterstützung suchen, indem sie sich an informierte Lehrer wenden oder auch an die Psychologen bei der anonymen Sprechstunde des St.-Franziska-Stifts (montags, 16.30 bis 17 Uhr, Telefon 0671/8820113).