Alarm auf der Airbase: Granaten aus dem Weltkrieg gefunden

Alarm auf der Airbase: Granaten aus dem Weltkrieg gefunden

Sie sind bis zu zehn Kilo schwer, wurden im Zweiten Weltkrieg von Panzern abgeschossen, und sie sind noch immer hochexplosiv. Die Rede ist von 152 Granaten, die auf der Airbase in Spangdahlem gefunden wurden. Zur Sicherheit wurden einige Bürogebäude evakuiert.

Spangdahlem. "Wenn Sie bei der Explosion neben so einer Granate stehen, brauchen Sie keinen Sarg mehr", sagt Horst Lenz, technischer Leiter des Kampfmittelräumdienstes dem TV im Gespräch. Bauarbeiter sind am vergangenen Donnerstag bei Grabungsarbeiten auf der Airbase Spangdahlem auf hochexplosive Munition gestoßen.
Der Fund: Der Fundort liegt auf der Binsfelder Seite des Flugplatzes. Dort stehen laut Airbase-Sprecherin Iris Reiff die Großraumflugzeuge. Auf dem Flugplatz leben und arbeiten rund 13 000 Menschen auf 618 Hektar Fläche. Laut Lenz sehe es bei dem Fund nach einer misslungenen Sprengung aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten die Deutschen versucht, Munition zu vernichten. Dazu habe man diese zum Beispiel in Bombenkrater gepackt. "Ich bin seit 1984 im Amt. Das ist der erste Fund, an den ich mich erinnern kann", sagt Lenz. Die Airbase hat den deutschen Kampfmittelräumdienst alarmiert. Und der hat innerhalb von sechs Tagen bereits 152 Granaten an der Baustelle gefunden. Neben dem Grabungsloch, das einen Durchmesser von acht Metern und eine Tiefe von vier Metern hat, liegt ein großer Haufen mit ausgehobener Erde. Dort finden die Arbeiter die erste Munition. Bis auf den letzten Brocken wird die Erde untersucht, bevor es im Grabungsloch weiter geht. Mit einem Metalldetektor spüren die Experten die bis zu zehn Kilo schweren Panzergranaten auf. "Wann wir fertig werden, kann ich nicht sagen", meint Lenz, "Wir werden solange weitersuchen, bis der Detektor nichts mehr anzeigt."
Gefährlichkeit und Risiko: "Munition besitzt generell eine latente Gefährlichkeit", sagt Lenz. Doch sei die Gefahr, dass vor Ort etwas explodiert, gering. "Das Risiko, mit dem Auto zu verunglücken, ist größer." Trotzdem wurde der Fundort im Radius von 500 Metern abgesperrt. "Einige Bürogebäude wurden zur Sicherheit evakuiert", sagt Iris Reiff. Mehr Vorkehrungen seien laut Kampfmittelräumdienst nicht notwendig gewesen.
"Einige wenige Granaten mussten wir vor Ort sprengen", sagt der Chef des Räumdienstes. Dabei wurde die Munition mit einer besonderen Sprengladung zwei Meter tief eingegraben und kontrolliert gesprengt. "Da hat sich die Erde ein wenig gehoben, es gab einen dumpfen Donnerschlag." Bei den Granaten handelt es sich laut dem Munitionsexperten um unterschiedliche Kaliber mit ebenfalls unterschiedlichen Zündmechanismen. Den Großteil - bisher 500 Kilogramm - transportiert der Kampfmittelräumdienst ins zentrale Lager für Fundmunition bei Koblenz ab.Extra

Innerhalb von sechs Tagen wurden 152 Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, die als Munition für Panzerabwehrkanonen, Feldkanonen und für den Panther-Panzer benutzt worden. Größe: 20 Millimeter bis 8,5 Zentimeter Durchmesser. Gewicht: 100 Gramm bis zehn Kilogramm. Explosivstoff: 50 bis 700 Gramm. MRA