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Alkohol am Steuer: Viele Kontrollen, viele Verstöße in der Eifel

Trunkenheitsfahrten nehmen nach dem Lockdown wieder zu : Alkohol am Steuer: Viele Kontrollen, viele Verstöße in der Eifel

Immer öfter zieht die Polizei betrunkene Fahrer aus dem Verkehr. Die Ruhe auf den Straßen ist es nach dem Corona-Lockdown vorbei. Auch am Dienstag gab es Aufgriffe.

Es ist früher Dienstagmorgen, der Himmel ist schwarz und es ist noch wenig los auf der Autobahn 60, als ein Wagen in Schlangenlinien über den Asphalt brettert. Immer wieder kommt das Auto kurz von der Spur ab und rauscht über den Seiten- und den Mittelstreifen. Das Verhalten des Mannes am Lenkrad kommt einem Vorbeifahrenden so seltsam vor, dass er prompt den Notruf wählt.

Eine gute Entscheidung, wie sich kurz darauf zeigen wird, als eine Streife den Wagen auf der B 51 bei Bitburg anhält. Denn der Fahrer ist nicht nur betrunken, sondern auch nicht im Besitz eines Führerscheins. Zudem ist der Wagen nicht zugelassen. Und die Beifahrerin wird in Nordrhein-Westfalen per Haftbefehl gesucht. Sie hatte laut den Gesetzeshütern eine Geldstrafe nicht bezahlt.

Für die Polizei Bitburg: ein Glücksfall. Denn nicht nur, sagt Dienststellenleiter Christian Hamm, „konnten durch den Aufgriff Straftaten aufgedeckt werden. Es konnte auch eine Gefahr aus den Straßenverkehr gezogen werden. Denn die Fahrt der beiden hätte, angesichts des Promillewerts, auch leicht in einem Unfall enden können.“

Nach der Kontrolle endet sie nun für den Fahrer in einem Ermittlungsverfahren. Und für die Beifahrerin im Gefängnis. „Der Haftbefehl wurde vollstreckt,“ sagt Polizeioberrat Hamm, der froh ist, dass der Zeuge den Notruf verständigt hat: „Der Sachverhalt ist ein Musterbeispiel für ein hervorragendes Zusammenspiel von Bevölkerung und Polizei.“

Doch längst nicht jede Trunkenheitsfahrt wird entdeckt, längst nicht jeder Täter erwischt. „Wir hellen das Dunkelfeld auf“, sagt der Dienststellenleiter: „Und haben unsere Präsenz im gesamten Dienstgebiet nach dem Corona-Lockdown wieder erhöht.“ Und das nicht ohne Grund: Denn mit der Ruhe sei es vorbei, sagt Hamm: „Im März und April war auf den Straßen viel weniger los.“ Kneipen waren geschlossen, daher weniger Betrunkene im Straßenverkehr unterwegs.

Seit dem Sommer seien aber wieder mehr Delikte zu verzeichnen. Derzeit meldet die Polizei so gut wie jede Woche eine Reihe von Aufgriffen. Allein am letzten Augustwochenende stoppten Beamte sieben alkoholisierte Fahrer.Und auch am Dienstag bleibt der morgendliche Einsatz nicht der einzige für die Kollegen auf der Wache.

Am Abend rücken die Polizisten erneut aus, diesmal geht es zu einem Unfall auf der L 5 bei Rittersdorf. Vor Ort wird schnell klar: Verletzt wurde bei dem Zusammenstoß zweier Autos niemand. Der Blechschaden allerdings ist enorm. Die Schuld trägt wohl ein 37-Jähriger, der mit entsprechendem Pegel in die Gegenfahrbahn geriet. Und daher wohl eine Weile auf seinen Führerschein verzichten muss.

Ebenso ergeht es zwei Männern, die die Polizei später in der Nacht an der Sauer festsetzt. Einer hatte sich nicht mehr ganz nüchtern ans Steuer gesetzt, der andere unter Drogen. Auch eine geringe Menge Rauschgift konnten die Beamten sicherstellen. Nahe Echternacherbrück und Bollendorf: keine echte Überraschung. „Wir haben diese Gegend nach wie vor ganz genau im Blick“, sagt Polizeichef Hamm. Denn das Problem, es ist wieder akut.