Alle Zeit aufwärts

Der VDK-Ortsverband Pronsfeld feierte sein 60. Gründungsfest. Zum Jubiläum spielte das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz. Für rund 300 Besucher in der Pronsfelder Turnhalle war es ein eindrucksvolles Erlebnis.

Pronsfeld. Herbert Thielen, Vorsitzender des VDK-Pronsfeld, hieß die Festgäste sowie die Musiker mit ihrem Dirigenten, Polizei-Hauptkommissar Hans Georg Konrad willkommen.

In den Anfängen herrschte unsägliches Leid



Ebenso lange wie es den VDK-Pronsfeld gibt, ist Matthias Becker Mitglied. Für 60 Jahre VDK-Zugehörigkeit wurde er vom Kreisvorsitzenden Alfons Jakobs geehrt. Jakobs, selbst ein Mann der ersten Stunde, ließ dabei die Geschichte des Ortsverbandes noch einmal Revue passieren. Mit bewegten Worten schilderte er das nach Kriegsende und bei der Vereinsgründung 1948 herrschende unsägliche Elend. Von Tauschbörsen für getragene rechte oder linke Schuhe berichtete er. Schließlich brauchten unzählige, die im Krieg ein Bein verloren hatten, auch nur noch einen Schuh. Das Beispiel stand für viele andere. Die Menschen verharrten in Resignation und Hoffnungslosigkeit. "Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht meistern", mahnte Alfons Jakobs.

Doch schon bald habe es ein Aufbäumen gegen die kaum vorstellbare Trostlosigkeit gegeben. Beherzte, selbst kriegsgezeichnete Männer und Frauen hätten damit begonnen, Kriegsopfer jeder Art im VDK um sich zu scharen, um ihnen zu helfen. Ein entbehrungsreicher, steiniger Weg sei es gewesen. Alfons Jakob: "Umso mehr freut es mich, heute zu erleben, was ich damals nie für möglich gehalten hätte: 60 Jahre VDK-Pronsfeld und dazu ein so wunderbares Konzert." Seinen langjährigen Leitspruch "dankbar rückwärts, mutig vorwärts, alle Zeit aufwärts" sehe er bestätigt.

Wunderbar war es wirklich, was Hans Georg Konrad und seine uniformierten Musiker zum VDK-Jubiläum zu bieten hatten: Auserlesene Werke großer Komponisten, Anton Dvoraks Polonaise Es-Dur, "Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien" von Franz von Suppé, J. Fuciks "Florentinermarsch", ein musikalischer Berlin-Bummel, "Petite Fleur" von S. Bechet und einiges mehr. Mit "Sternenbanner" und "Alte Kameraden" endete ein nicht alltäglicher Konzertabend.